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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Norbert Trickes am 09. Januar 2017
6815 Leser · 0 Kommentare

Gesundheit

prekäre Zustände in Uni-Freiburg

Sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin,

katastrophale Zustände in der Uni-Kinderklinik Freiburg veranlassen uns, diesen Brief zu schreiben.
Es ist uns klar, dass Sie sich nicht um jedes Detail im Land kümmern können. Aber hier geht es darum, der klassischen populistischen Argumentation entgegenzuwirken, „Die da oben kümmern sich nicht um die Sorgen der kleinen Leute!“
Um was geht es?
Als Großeltern der 4-jährigen leukämiekranken Sophie machen wir uns große Sorgen um die Heilungschancen in der Uni-Kinderklinik Freiburg, nicht wegen fehlender Kompetenz des Personals, sondern wegen der baulichen und hygienischen Zustände der Kinderabteilung. Rein optisch gleichen die Bilder aus der Abteilung teilweise denen, die wir aus Syrien und anderen Gebieten im Fernsehen zu sehen bekommen.
Wir sind zwar medizinische Laien, aber wenn leukämiekranke Kinder statt in der Onkologie in einer Abteilung untergebracht werden, in der für alle Patienten, Angehörige und Besucher nur eine Toilette zur Verfügung steht, ist offensichtlich, dass die äußerst peniblen Voraussetzungen für die Heilung nicht gegeben sind. Auf weitere, tw. haarsträubende Details möchte ich hier nicht weiter eingehen.
Wie zu erfahren war, ist ein dringend notwendiger Neubau bisher an der Finanzierung gescheitert.
Für uns als „kleine Leute“ und betroffene Großeltern, die sich um das Leben ihrer Enkelin große Sorgen machen, ist das Argument –keine gesicherte Finanzierung- völlig unverständlich und Wasser auf die Mühlen der Populisten.
Wir bitten Sie deshalb dringendst, alle notwendigen Schritte zu tun, um die Chancen der totkranken Kinder zu erhöhen, wie es auch unserer christlichen Kultur entspricht.

Mit freundlichen Grüßen

Norbert und Barbara Trickes

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 27. Januar 2017
Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Trickes, sehr geehrter Herr Trickes,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin gern beantworten.

Die Bundesrepublik ist ein föderaler Staat. Daher entscheiden entweder Bund, Bundesland oder Kommune - jeweils auf der Ebene, die die beste Kenntnis der Situation vor Ort oder in einem bestimmten Lebensbereich hat.

In der Regel befinden sich Universitätskliniken in der Trägerschaft der entsprechenden Universität, für die wiederum die Länder zuständig sind. So ist es auch in Freiburg. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg führt die Rechtsaufsicht, die Fachaufsicht liegt beim Aufsichtsrat der Klinik.

Für die Krankenhausplanung und den Krankenhausbau sind die Länder zuständig. Sie sind verantwortlich für die langfristigen Krankenhausinvestitionen, zu denen etwa Neubauten oder große Sanierungsmaßnahmen gehören. Das heißt, dass es an den Ländern und den Krankenhausträgern liegt, die Situation in den Krankenhäusern vor Ort zu verbessern. Eine weitere Möglichkeit ist es, sich an die Unabhängige Patientenberatung zu wenden: www.patientenberatung.de. Sie berät neutral und kostenlos bei allen Fragen rund um Erkrankungen und Patientenrechte.

Der Bund hat den finanziellen Rahmen, in dem Bundesländer, Krankenhausträger und Krankenkassen tätig werden, in den vergangenen Jahren umfassend verbessert. Durch das Krankenhausstrukturgesetz von 2015 erhalten Kliniken bis zu 830 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr, um mehr Personal zu beschäftigen. Ab 2017 erhalten Krankenhäuser zudem einen Pflegezuschlag von insgesamt 500 Millionen Euro. Er wird nach den Pflegepersonalkosten der Krankenhäuser verteilt. Auch das Hygieneförderprogramm wurde erweitert. Dadurch können mehr Hygienefachkräfte eingestellt und ausgebildet werden.

Ihrem kranken Enkelkind wünschen wir alles Gute und Ihnen viel Kraft, diese schwere Zeit zu meistern.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung