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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor H. Grobe am 13. Dezember 2013
7878 Leser · 7 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Rente ab 63

Sehr geehrte Frau Merkel,

ich mache mir angesichts der geplanten Herabsetzung des Rentenbezugsalters Sorgen um die Finanzierung.
Es ist gut, dass Menschen, die gesundheitlich nicht mehr in der Lage sind, bis 65 zu arbeiten, vorzeitig ohne Abzüge in Rente gehen können. Das gilt vor allem für Menschen mit schwerer körperlicher oder auch nervlicher Arbeit. Andere Berufe aber, vor allem Bürotätige, können normalerweise bis 65 und wahrscheinlich auch bis 67 arbeiten. Ich bin heute 83 und habe bis 65 voll gearbeitet und war danach auch noch etliche Jahre freiberuflich tätig. Auch heute sehe ich mich noch begrenzt dazu in der Lage, Bei der 63er-Grenze mache ich mir Sorgen, dass etliche Bürger, die schlechtweg keine Lust mehr haben, täglich zur Arbeit zu gehen bzw. zu fahren, von der Möglichkeit Gebrauch machen, schon mit 63 in Rente zu gehen, und damit die Rentenkasse vorzeitig belastén.

Die Grundidee, dass die Menschen angesichts der erhöhten Lebenserwartung auch länger arbeiten können, ist zweifellos richtig und demographisch notwendig.

Kann man darüber nicht noch mal mit dem künftigen Koalitionspartner diskutieren?

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 17. Januar 2014
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Grobe,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Während der Koalitionsverhandlungen wurde der Themenkomplex zur Rente umfassend zwischen den Koalitionspartnern diskutiert. Laut Koalitionsvertrag sollen langjährig Versicherte, die 45 Beitragsjahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, ab dem 1. Juli 2014 mit dem vollendeten 63. Lebensjahr abschlagsfrei in Rente gehen können. Ein entsprechender Gesetzentwurf ist in Vorbereitung.

Es handelt sich dabei um eine Übergangsregelung. Denn das Zugangsalter, mit dem der abschlagsfreie Renteneintritt möglich ist, wird schrittweise auf das vollendete 65. Lebensjahr angehoben - parallel zur Anhebung des allgemeinen Renteneintrittsalters auf 67 Jahre.

Es gibt Berufe, in denen die Beschäftigten bereits in jungen Jahren zu arbeiten beginnen und die sehr belastend sind. Nur wer schon ein langes Berufsleben hinter sich hat, kann früher und ohne Einbußen in Rente gehen. Daher ist nicht zu befürchten, dass es hier einen Missbrauch geben wird. Wer sich allerdings fit fühlt, kann nach wie vor länger arbeiten, so wie Sie es auch getan haben.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (7)Schließen

  1. Autor Wolfgang Mücke
    am 17. Dezember 2013
    1.

    Mich würde interessieren, wie viele Prozent der Rentner das überhaupt betrifft.
    Schon die bewerteten Jahre sind nicht klar.
    Schulzeiten sollen bei den 45 Jahren nicht mitzählen. Damit fallen alle Gymnasiasten und etliche Realschüler raus.
    Zählen die folgenden Ausbildungszeiten mit?
    Lehre
    Fachhochschule
    Hochschule
    Meisterausbildung
    Wenn beispielsweise die Lehrzeit bei den 45 Jahren nicht mitzählt, dann kommen nur diejenigen in den Genuss der Rente mit 63, die keine Lehre gemacht haben.

  2. Autor dietrich czioska
    am 17. Dezember 2013
    2.

    Ich finde es vollkommen richtig das man sich Gedanken um die Finanzierung der Renten macht da haben wir unsere Politiker dafür.
    Junge Politiker machen sich auch Gedanken um die Renten der Jungen Menschen in unserem Land.Es gibt auch Mitbürger die darin ein ausspielen zwischen Jung und Alt sehen,ich sehe es nicht so!
    45 Jahre ist doch eine sehr gute Leistung im Arbeitsleben und ich
    Glaube die Menschen haben es verdient in Rente oder Pension zu
    gehen, wenn Sie wollen! Man sollte lieber einmal darüber nachdenken
    ob man Menschen die früher aus dem Arbeitsleben ausscheiden ohne
    zu große körperliche oder Psychische Probleme nur wenn es möglich
    ist, einsetzt um Geld zu sparen! Ich persönlich finde es sehr wichtig
    wenn man sich über 75 Jährige Frauen und Männer Gedanken macht
    die Nachts sich mit Zeitungsaustragen Geld dazuverdienen müssen!
    Übrigens, nicht weil Sie Spaß daran haben sondern weil Sie zu Stolz
    sind zum betteln! Ich persönlich finde auch Pensionen gehören genauso dazu ,um sich Angst um die Finanzierung zu machen!
    Wir wollen doch alle gerecht behandelt werden ohne Ausnahme!
    .

  3. Autor Erhard Jakob
    am 18. Dezember 2013
    3.

    *Allen Leuten Recht getan*
    - das ist und bleibt die
    Quadratur des
    Kreises!

  4. Autor Erhard Jakob
    am 25. Dezember 2013
    4.

    Es ist und bleibt
    der ewige Streit:

    *Die Alten sagen: "Wir haben ein Leben lang
    hart und schwer gearbeitet und werden
    jetzt mit der Rente um unsere Lebens-
    leistung betrogen.*
    .
    *Die Jungen sagen: "Es kann nicht sein,
    dass es uns Jungen >welche jetzt die
    Rente für die Alten arbeitenden
    müssen< schlechter geht
    als den Rentnern."

    Richtig ist, dass wir Alten und Jungen einen
    Kompromiss finden müssen, mit dem
    wir beide gut leben können.

  5. Autor Ralf Schumann
    am 09. Januar 2014
    5.

    Nicht nur körperliche Arbeiten sind anstrengend für den Körper, sondern auch geistige. Es wird gern vergessen, dass das Gehirn auch ein Organ ist. Mit Stress, wie er heute überall zu finden ist, wird das Immunsystem geschwächt und begünstigt nicht nur Krebserkrankungen.
    Es ist, so meine ich, ein Irrglaube, dass die Generation der 60er bis 80er Jahre 90 Jahre alt wird. Das Arbeitsleben ist heute stressiger, instabile Familien- und Arbeitsverhältnisse sowie schadstoffbelastete Ernährung un ihr Übriges.
    Wenn weiterhin die Transferleistungen so stark ansteigen, werden die hart erarbeiteten 45 Lebensjahre eine so geringe Rente bringen, dass schon jetzt viele Arbeitsverhältnisse nicht als Rentenbeitrag für später lohnen. Das macht die wirkliche Altersarmut.
    Wenn es sich lohnen soll zu arbeiten, muss endlich auch Arbeit entsprechend belohnt und keine Arbeitslosigkeit gefördert werden.

  6. Autor Erhard Jakob
    am 11. Januar 2014
    6.

    Berthold Brecht:

    *Wer ich nicht arm,
    wärst du nicht reich.
    .
    Wie will ein Unternehmer reich werden,
    wenn er seine Arbeiter entsprechend
    entlohnen würde?

  7. Autor Erhard Jakob
    am 13. Januar 2014
    7.

    Nicht die Herabsetzung des Rentenalters
    bringt den Staat an den Rand
    des finanziellen Ruins.
    .
    Sondern die Ungleich-
    verteilung des Geldes.
    .
    Das Recht und die Pflicht auf Arbeit
    (bis zum Rentenalter) sollte
    eine Einheit bilden.
    .
    Dieses (Grund)Recht wird vielen genommen
    und viele müssen andererseits bis
    zur Erschöpfung schuften.
    .
    Diese Ungerechtigkeit
    ist das Übel.
    .
    Überforderung und Unterforderung
    - beides macht krank!

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