Liebe Besucherinnen und Besucher,

seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

Wir danken Ihnen für Ihre rege Teilnahme auf www.direktzurkanzlerin.de.

Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Arnold D. am 29. Juli 2010
5901 Leser · 0 Kommentare

Soziales

Rentensystem

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

warum wird immer von Politikern, wie jetzt wieder Herr Brüderle, die nie in das Rentensystem einzahlen, gefordert, daß an Rentenbezügen gekürzt werden soll?

Ich persönlich bin 65 Jahre alt und habe 45 Jahre in die 'Rentenversicherung einbezahlt.
Diejenigen, die nicht reinbezahlen sind, Politiker und Beamte.

Herr Brüderle sagt, dass die Renten erwirtschaftet werden müssen.

Aber die Pensionen der Politiker und Beamten müssen aber auch erwirtschaftet werden. Oder zahlt der Finanzminister das aus der "Portokasse" ?

In der Rentenversicherung wurde die letzten 20 Jahre soviel geändert, immer zu Ungunsten der Rentner.

Bei der Rettung der HRE-Bank wurden sofort Milliarden genehmigt. Es wird immer von Politikern, vor allem der CDU und der FDP darauf hingewiesen, dass angeblich 80 Milliarden Steuerzuschuss in die Rentenversicherung fließen.

Aber sehr geehrte Bundeskanzlerin, wer macht denn die Rentenkassen leer oder hat sie leer gemacht.

Zuerst mal der Herr Kohl, der die Wiedervereinigung ohne Steuererhöhung durchgezogen hat, aber tief in die Sozialkassen eingriff.

Und dann diese schon Jahrzehnte dauernde Lohnsenkungspolitik zugunsten der Reichen und Superreichen.

Begreifen Sie es doch endlich, die Reichen und Superreichen sorgen nicht für mehr Konsum, denn sie haben schon alles.
Sie wollen nur noch mehr Rendite auf ihr Vermögen, aber zu Lasten der Arbeitnehmer und Rentner.

Dann die Tatsache, dass immer mehr Niedrigverdiener da sind, die kaum in die Rentenversicherung einzahlen.

Sie, Frau Bundeskanzlerin, dulden, dass es sowohl in der Rentenversicherung und der Krankenversicherung zwei total getrennte Versorgungssysteme gibt.

Wann endlich begreifen Sie, das das in den Ruin der Sozialsysteme führen muss?

mit freundlichen Grüßen
Arnold Dreis

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 08. September 2010
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Dreis,

vielen Dank für Ihren Beitrag, den wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Grundsätzlich sind die Renten an die allgemeine Lohnentwicklung gekoppelt und müssten demzufolge entsprechend angepasst werden – auch negativ. Doch die 2009 beschlossene Rentengarantie hat genau dies verhindert. Nach der Rentengarantie entwickeln sich die Renten im Falle von negativer Lohnentwicklung nicht ebenso negativ.

Diese Rentengarantie gilt. Anderslautende Pläne in der Bundesregierung dazu gibt es nicht.

Wenn die Renten wegen positiver Lohnentwicklung wieder steigen, dann wird die Hälfte der rechnerischen Erhöhung gewährt. Und zwar so lange, bis mit der anderen Hälfte die zuvor geleistete Rentengarantie refinanziert ist.

So gibt es für Rentner im Falle negativer Lohnentwicklung keine Kürzung. Es werden zugleich die Erwerbstätigen geschont, weil die Rentner in Jahren mit positiver Lohnentwicklung die Kürzung selbst "abstottern". Das ist generationengerecht und fair.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung