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Abstimmungszeit beendet
Autor Werner Buhne am 25. April 2016
2689 Leser · 5 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Riester-Renten-Fehler endlich beheben!!!

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
es ist sonnenklar: das 'Riester-Renten-System' ist miserabel.

Ohne Zweifel - so auch meine Überzeugung - ist 'kapitalgedeckte' Rente ein richtiger, notwendiger Schritt: Das klassische Rentensystem basiert auf dem Prinzip, dass die jeweils noch arbeitende Generation die Generation ihrer ruhestaendigen Eltern vollständig finanziert. Wenn aber eine Generation sich den Aufwand zum Aufbau einer hinreichenden Nachfolge-Generation aus Bequemlichkeit einfach spart, dann muss sie diese unterlassene Vorsorgemaßnahme eben durch andere Aufwendungen kompensieren. Die einzige Alternative zu solchem 'Humankapital' ist reales Produktionskapital, welches allerdings weitgehend nur durch Finanzinvestitionen wie Aktien zu erwerben ist.

Aber warum bringt denn dieser Schritt zur 'kapitalgedeckten Rente' mittels der "Riester-Rente" solch katastrophal ernüchternden Ergebnisse?? -- Während gleichzeitig die Reichen und Superreichen mit Hilfe ihrer Finanzanlagen immer stärker wachsen!!! --

Hier zeigt sich der unglaubliche Fehler dieses Riester-Systems. Die Kapitalmärkte verteilen die Erträge der gesamten Volkswirtschaft leider nicht 'gerecht' gleichmäßig an alle. Sondern - das istfür diese Märkte ja geradezu charakteristisch - sie machen einige superreich, andere dafür arm.Denn man bedarf bester Experten - falls man nicht selber besonderes Geschick plus Glück besitzt. Spitzenklasse-Beratung aber ist sehr teuer. Und daher kann sie nur finanziert werden, wenn es sich um sehr große Vermögensanlagebeträge handelt!! Für individuelle Riester-Mini-Anlagebetraege kann ich nur "Berater" bekommen, die in Wahrheit Verkäufer sind - also schlechte - und dazu noch ihr 'Honorar' vom Mini-Anlagebetrag letztlich noch abzwicken müssen.

Stimmen Sie zu, einige staatliche Groß-Anlageprogramme aufzulegen, um sie als bessere Alternative anzubieten? - Geht alles mit Minimalkosten. - Solide, ambitionsloser - ohne überteure 'Finanzprofies'.

Kommentare (5)Schließen

  1. Autor Matthias Gruber
    am 25. April 2016
    1.

    Können Sie auch belegen, dass die Riester-Rente ganz pauschal ein Flop ist, oder plappern Sie nur nach was "Medienexperten" schreiben?

    Leute wie Sie, tragen dazu bei, dass Verunsicherung entsteht und ein solches Konzept tatsächlich in Teilen nicht funktioniert. Wenn Sie einen fachkundigen Berater haben, ist die Riester-Rente für die allermeisten Leute eine äußerst sinnvolle Sache.

    Beispiel:
    Wenn Sie einen sogenannten "Anhängsel-Vertrag" abschließen, zahlen Sie 60€ Sockelbeitrag im Jahr und erhalten eine Förderung von 154€ im Jahr, mit Kindern auch deutlich mehr. Eine Rießenrente wird bei einem solchen Vertrag naturgemäß nicht entstehen, aber die Rendite nach Kosten schlägt jeden Fondssparplan (ohne Ausgabeaufschlag!) um Längen und ist zudem, im Gegensatz zu Letzterem, nicht mit Unsicherheit behaftet.

    Ihr Argument, dass Fondssparpläne bzw. Aktieninvestionen pauschal besser sind für alle stimmt einfach nicht. Was machen Sie mit den Leuten, die einfach bedingungslos keine Verluste akzeptieren wollen? Die können Sie nicht einfach in Aktien schicken, auch wenn Sie persönlich mit dem Risiko leben können.

    Für Gutverdiener ist Riester aufgrund der steuerlichen Absetzbarkeit sowieso ein Gewinn. Auch hier gilt: Ich möchte den Fondssparplan sehen (selbst ohne Kosten), der die Mehrrendite durch die steurliche Förderung von ca. 40% schlägt.

    Und allgemein noch zu den Kosten von Riester-Verträgen: Die sind auch nicht höher als für jede andere Private Rentenversicherung und akzeptabel, sofern man den Vertrag durchhält. Daran scheitert es nämlich in den allermeisten Fällen.

    Und hier schließt sich der Kreis dann wieder: Für vorzeitige Kündigungen sind auch stark Leute wie Sie verantwortlich, mit Pauschalaussagen wie diesen.

  2. Autor Werner Buhne
    Kommentar zu Kommentar 1 am 27. April 2016
    2.

    Na gut, Herr Gruber -- dann "plapper" ich also "nach", was sozusagen sämtliche 'Spatzen von den Dächern pfeifen'. Mit großem Interesse lese ich deshalb den Beitrag eines Herrn Gruber, der es da wohl besser zu wissen scheint. - Doch leider: Hier wird überhaupt auch gar nichts belegt. Ich gewinne stattdessen den Eindruck, Sie werden da wohl zu denen gehören, die Sie selber als "fachkundigen Berater" bezeichnen, ich aber als "Verkäufer", welche ihr Honorar von den Anlagebetraegen " abzwacken müssen". Interessant da Ihr Hinweis, dass andere Privatversicherungsvertraege die selben hohen 'Kosten'-Belastungen zu tragen haben - einmal ja ganz abgesehen von den versteckten Ertragsveringerungen, z.B. durch die wirklich unverschämte Verwendung willkürlich überhöhter Sterbetafen. dann gilt für diese dann wohl das selbe, was ich ja dargestellt habe:

    Es ist einfach eine Frage realökonomischer Logik: Mini-Anlagebetraege können wegen der hohen festen 'Stück'-Kosten und dazu noch einer ungezügelten Gewinn-Gier der Privatanbieter - welcher 'der kleine Mann' auch nichts entgegenzusetzen vermag - nicht ertragreich angelegt werden. (Bleiben nur die staatlichen Zuschüsse.) Deshalb mein Vorschlag mit Staats kontrollierten Groß-Investitionsprojekten hier einzugreifen und diese auf einfache (nahezu kostenlose) Weise anzubieten, anstelle individueller Angebote mit komplizierten Instrumenten und Modalitäten durch die Privat-Geschäftemacher. Wie bereits gesagt: Das ist nur eine Frage wirtschaftlicher Logik --- vollkommen egal was da vor-"geplappert" wurde.

  3. Autor Matthias Gruber
    am 27. April 2016
    3.

    So es wurde also überhaupt nichts belegt? Ich habe zwei ganz konkrete Beispiele genannt, wo Riester bessere Renditen abwirft als jede Fonds- oder Aktieninvestition und das risikolos. Ich kann das jedem mathematisch vorrechnen.

    Und was die "willkürlich überhöhten Sterbetafeln" angeht: Zum Einen werden Leute, die heute einen Riester-Vertrag abschließen, diese Lebenserwartungen tatsächlich annähernd haben. Wie Sie aufgrund Ihrer Recherche sicherlich wissen, sind Sterbetafeln dynamisch und werden ständig fortgeschrieben, weil die Lebenserwartung immer weiter steigt. Zum Anderen ist dort bewusst ein Sicherheitspuffer eingebaut. Sollte der reale Sterblichkeitsverlauf sich besser darstellen als kalkuliert, werden die so erzielten Risikoüberschüsse zu 90%! an das Versichertenkollektiv zurück gegeben, was Sie ja sicherlich auch wissen.

    Auf mein Argument was Sie mit den ganzen Leuten machen wollen, die keinerlei Risikotolleranz haben (was in Deutschland übrigens die Mehrheit ist), sind Sie auch nicht eingegangen.

    Und wenn wir schon gerade beim Einstufen sind: Sie sind dann wohl der kundige BWL-Student, allerdings doch mit einem linken Einschlag, was selten ist.

  4. Autor Werner Buhne
    am 03. Mai 2016
    4.

    Ich weiß nicht, ob mich das ehrt, dass Sie mir so viel Wissen unterstellen. In der Tat könnte ich aber wohl eher der einzige in diesem Forum sein, der sich in diesen 15 Jahren noch niemals (!) mit Riester beschäftigt hatte. Und meine gesamte "Recherche" erschöpft sich im Lesen des einschlägigen Wikipedia-Artikels - und dieses auch noch erst nach (!) dem Absenden des obigen 'Briefes'. Dennoch aber ist nichts, was ich da dargestellt habe auch nur im Geringsten falsch. Irgend wie verstehen Sie wohl meinen Text nicht so richtig, sonst hätten Sie mich auch wohl nicht als BwL-Studenten einzustufen versucht, sondern eher bei der VwL gesucht.

    Zu Ihren Nachfragen\Einwaenden:
    1. Den Kern Ihrer "Belege" bilden doch eher nur Behauptungen. Um "Belege" zu bewerten brauchte ich schon die Gesamtheit der Ein- und Auszahlungen und dazu die seriösen amtlichen Sterbewahrscheinlichkeiten, um relevante Beurteilungskriterien zu berechnen. Und 1200 Riester-Produkte (wenn ich das mal aus Radio oder TV "nachplappern" darf) durchmutiert über alle möglichen Altersstufen, Familiensituationen und Einkommensstufen dürften zehntausende von Einzelmöglichkeiten ergeben. Was können Sie mit zwei Einzelbeispielen da wohl belegen?!

    Und dann: Bei dem von Ihnen ins Spiel gebrachtem Beispiel mit 5€ Eigenbeitrag im Monat muss ja offensichtlich alles von den 'Kosten' weggefressen werden. Nur vom extrem hohen staatlichen Zuschuss bleibt noch einiges übrig; da die Anlage aber auch noch "sicher" sein soll, muss das Geld wohl in Bundesanleihen angelegt werden - was aber im Endeffekt nichts anderes bedeutet als: Der Staat leiht sich den Rest seiner eigenen Zuschüsse wieder zurück, und an diesem Geschäft verdienen die Versicherer wiederum zusätzlich. Die Konsequenz ist also: Würde der Staat das ganze Geld stattdessen einbehalten und dafür die am Ende auszuzahlenden Kleinrenten dann direkt damit bezuschussen, stände dafür schließlich sehr viel mehr Geld zur Verfügung.
    (Sicherheitsabschluss --- Fortsetzung)

  5. Autor Werner Buhne
    am 03. Mai 2016
    5.

    (Fortsetzung:) 2. Sie müssen da etwas schlecht im Bilde sein, wenn Sie glauben, ich müsste für die Behandlung von Sterbetafeln erst etwas recherchieren. Aber danke für den Hinweis, dass die 'Rückgabe'-Quote 90% beträgt. (wusste ich (natürlich) nicht - dachte, wäre mehr.) Aber betrachten wir dann einmal Fälle, bei denen die willkürliche Überhöhung 10 Jahre beträgt. (Soll es laut Experten geben - "plapper" ich einfach mal wieder nach.) Dann bedeutet dies, dass ein ganzes Jahr der Auszahlungen Ihres eigenen Geldes, das Ihnen zusteht, die Versicherung einstecken wird. - Wieso eigentlich??

    Und mit dem 'Rückgeben' das - das kann ja auch nicht so wirklich gut funktionieren. Denn Sterbewahrscheinlichkeiten kann man erst korrigieren, wenn schon eine ganze Menge Leute verstorben sind. Auch hier wieder zusätzliche Gewinne.Für den Staat hingegen wäre das überhaupt kein Problem: Er kann knapp kalkulieren, und sollten dann tatsächlich mal kleine Defizite entstehen - zu Gunsten (!) der aermsten Rentner ... .

    3. Das Problem der Risikoaversion ist ein schwieriges. Wieso immer noch Menschen glauben, es gäbe Risikofreiheit -- nach der Subprime-Finanzkrise!!?? "Risikolosigkeit" ist eine Illusion, b.z.w. eine Bankenlüge. Und: "Risikolosigkeit" suchen unserer Kapitalmarktexperten letztlich auch nur bei einem stabilen Staat (vergl. oben). Banken und Versicherungen werden dazu in letzter Konsequenz auch nur durch den Staat geschützt. ---- Im Übrigen führt Ihr Vergleich mit Aktien und Investmentfonds doch zu nichts. Davon rede ich ja überhaupt nicht.

    SCHLIESSLICH: Über Ihre Eintaxierung: "mit einem linken Einschlag" kann ich mich nur freuen, denn ich bemühe mich stets überparteiisch zu sein. Aber vielleicht meinten Sie auch nicht wirklich "links" sondern eher: sozial - das ist in jedem Fall positiv.

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