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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Abstimmungszeit beendet
Autor Robert Hoffnung am 30. Dezember 2009
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Arbeitsmarkt

Robert Enke ist Deutschland

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin!
Am Jahresende ziehe ich Bilanz, wie das wohl viele andere Menschen auch tun.
Leistungsdruck, Angst in unserer Leistungsgesellschaft zu versagen, nicht mehr mithalten zu können und zu sehen, was um mich herum passiert, macht mich zunehmend depressiv. Obwohl es mir finanziell gut geht und ich einen Job habe, der mich gut ernährt, der mich aber auch meine ganze Energie kostet, weil ich funktionieren muss, wenn das so bleiben soll. Noch vor ein paar Jahren hatte ich kaum Berührung mit Arbeitslosen, 1-Euro-Arbeitskräften und Leiharbeitnehmern, ich hatte sogar eine etwas negative Meinung über „solche“ Menschen – inzwischen denke ich darüber anders. Bekannte, Freunde, Nachbarn gehören inzwischen zu dieser Schicht und es werden immer mehr. Ich bin dadurch mit der Armut dieser Menschen konfrontiert, die noch vor ein paar Jahren mit anständig bezahlten Jobs ihr Geld verdienen und ihre Familien ernähren konnten. Das Leben dieser Menschen ist von permanentem Mangel geprägt, Depression und Hoffnungslosigkeit müssen täglich überwunden und gemeistert werden. Dieses Jahr habe ich zu Weihnachten an keine Organisation gespendet und stattdessen als „Weihnachtsmann“ einigen Menschen in meinem Umfeld einen Geldbrief geschickt, um ihnen eine kleine Weihnachtsfreude zu machen. Ich hoffe auf eine Politik 2010, die dafür sorgt, dass endlich wieder gerechtere und menschliche Arbeitsbedingungen geschaffen werden.
Was tun Sie in 2010 um gerechtere Arbeitsbedingungen z.B. für Leiharbeitnehmer, das Dienstleistungsgewerbe, soziale Bereiche zu schaffen, damit die Kluft zwischen arm und reich nicht noch größer wird und wie möchten Sie neue Arbeitsplätze schaffen ohne die Arbeitskräfte in Leiharbeit oder Beschäftigungsgesellschaften zu „zwingen“, wo diese Menschen zu entwürdigende Bedingungen arbeiten müssen und dennoch nicht davon leben können?