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Beantwortet
Autor Dirk Bayer am 28. Januar 2015
6376 Leser · 2 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

"Schutzimpfung?"

sehr geehrte Bundeskanzlerin,
immer wieder sprechen Sie von Schutzimpfungen zum Wohle der Allgemeinheit. Und sie wichtig und nötig seien.....ich recherchiere seit etwa 14 Jahren und bisher konnte mir niemand einen Impfschutz nachweisen, keine Ärzte, Institute, Forschungseinrichtungen...alles was ich bekam waren Allgemeinplätze...ich habe bisher KEINEN Beweis bekommen, dass eine Impfung wirklich schützt. eher im Gegenteil.
Schulmediziner geben zu, dass Impfungen nicht (immer) schützen.
Auch dass viele Masernerkrankte durchgeimpft waren (nachweisbar) gibt mir mehr als einen Grund zu zweifeln.
Andererseits gibt es viele Indizien und Zusammenhänge die für Schäden durch Impfungen sprechen...
Als Volksvertreterin würde ich Sie bitten, dass Sie die Kritikpunkte an Impfungen, vor allem die grundsätzlichen ernst nehmen und nicht öffentlich Aussagen treffen, die so nicht einmal bewiesen sind. Wenn sie aufgrund der Behauptungen von Interessengruppen dafür eintreten, dass das Volk durch körperverletzende Eingriffe vergiftet werden darf (die Forschung fängt gerade erst an das Immunsystem wirklich zu begreifen), entziehen Sie der Demokratie und dem Grundgesetz leider den Boden. Dann wäre meine Frage an Sie, ob Sie bitte zurücktreten könnten, denn ein Großteil des Volkes (auch wenn die Gruppe der Impfgegner in den Medien meist nur als kleiner Trupp verängstigter Eltern dargestellt wird) fühlt sich durch solche Aussagen sicher nicht vertreten...
Zeiten der VOLKSVERTRETUNG scheinen wohl vorbei zu sein, betrachtet man sich die zahlreichen Proteste von Bürgern zu Freihandelsabkommen oder anderen Themen und die Reaktion der Politik darauf....schade...wie soll ich den Kindern Vertrauen in einen Staat vermitteln, der seine Bürger nicht ernst nimmt?
Nachdenkliche Grüße
Dirk Bayer

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 09. Februar 2015
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Bayer,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen. Grundsätzlich sind Impfungen sehr sicher. Dennoch können manchmal leichte und sehr selten schwerere Nebenwirkungen auftreten. Keine einzige Impfung vermag ausnahmslos alle Geimpften zu schützen. Ebenso wirkt kein Medikament bei sämtlichen Patienten. Allerdings können Impfungen die Wahrscheinlichkeit, schwer zu erkranken, deutlich senken.

Moderne Impfstoffe sind gut verträglich und unerwünschte Nebenwirkungen werden nur in seltenen Fällen beobachtet.

In Deutschland gibt es keine Impfpflicht. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, gegen verschiedene Krankheiten schon im Säuglings- oder Kleinkindalter zu impfen. Masern, Röteln, Diphterie, Mumps, Kinderlähmung oder Wundstarrkrampf lässt sich so vorbeugen. Einmal jährlich veröffentlicht das Robert-Koch-Instituts (RKI) einen Impfkalender auf seiner Internetseite. Darin steht, in welchem Lebensmonat welche Impfung sinnvoll ist. Jede Impfempfehlung ist ausführlich begründet.

Wie wichtig und wirksam das Impfen ist, zeigt das Beispiel der Schluckimpfung gegen Kinderlähmung. Während in der Bundesrepublik 1961 noch fast 4.700 Kinder an Kinderlähmung (Poliomyelitis) erkrankten, waren es 1965 bereits weniger als 50 Kinder. Heute ist die Kinderlähmung in Deutschland und in Europa so gut wie ausgerottet.

Wer gegen Masern geimpft ist, steckt sich viel seltener an, obwohl die Krankheit hochinfektiös ist. Und sie nimmt viel seltener einen schweren Verlauf: Ohne Impfung bekommt eins von 1.000 an Masern erkrankten Kindern eine Gehirnentzündung. Nach einer Impfung liegt die Rate bei eins zu einer Million.

Impfstoffe werden sehr streng geprüft, bevor sie routinemäßig eingesetzt werden: Das Arzneimittelrecht schreibt vor, dass ein Impfstoff nur dann zugelassen wird, wenn nachgewiesen ist, dass er auch wirksam ist. Der Hersteller muss dafür experimentelle und klinische Studien durchführen. Zusätzlich prüft die Europäischen Arzneimittelbehörde EMA (European Medicines Agency) die wissenschaftlichen Belege. In Deutschland ist dafür das Paul-Ehrlich-Institut als Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel verantwortlich.

Mehr zum Thema Impfen und zu möglichen Risiken: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/impfen_node.html
http://www.impfen-info.de

Mit freundlichen Grüßen Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (2)Schließen

  1. Autor Erhard Jakob
    am 31. Januar 2015
    1.

    Dirk,
    das ist ganz sicher ihre Sicht der Dinge.
    Andere sehen das wieder ganz anders.
    .
    Viele Fachleute sehen die Schutzimpfungen
    als unbedingt notwendig an In viele Länder
    kommen Touristen und andere Ein-
    reisende erst gar nicht rein,
    wenn sie keine Schutz-
    impfung nachweisen
    können.
    .
    Ihre Forderung nach dem Rücktritt
    der Bundeskanzlerin ist aus
    meiner Sicht ein Mittel um
    sich selbst wichtig
    zu machen.
    .
    Vielleicht sollten Sie Ihr eigenes Mandat
    als Volksvertreter zurück geben. Solche
    Leute, wie Sie, brauch das Volk ganz
    bestimmt nicht.

  2. Autor Christina Hengge
    am 31. Januar 2015
    2.

    In diesem Fall, gehöre ich wohl leider nicht zum "Großteil" des Volkes.
    Es gibt Impfgegner und Impfbefürworter. Warum kann man sich nicht gegenseitig tolerieren? Warum sehen sich Impfgegner IMMER in der Pflicht Andersdenkende umzustimmen?
    Jeder einzelne hat die Wahl zu entscheiden, ob er sich impfen lässt oder nicht.
    Wo wären wir heute, wenn es keine Impfungen geben würde? Nicht jede macht für jeden Sinn - doch diese im Allgemeinen abzulehnen bzw. zu befürworten find ich persönlich nicht richtig.
    Natürlich gibt es immer vereinzelt Fälle, wo es zu tragischen Reaktionen durch Impfungen gekommen ist. Das ist Fakt. Den Betroffenen und Angehörigen kann ich nur mein tiefes Mitgefühl ausdrücken. Doch wie viele Fälle würde es geben, wenn sich keiner mehr impfen lassen würde? Möchten Sie das herausfinden wollen?
    Man könnte darüber nachdenken die Bevölkerung besser zu informieren und dabei die Argumente der Impfgegner genauer zu beleuchten. Nicht selten ist es so, dass die Argumente schlichtweg falsch sind oder auf Tatsachen beruhen, die früher aber nicht mehr heute aktuell sind. Wiederrum mögen einige Argumente wahr sein. So ist jeder einzelne in der Pflicht Nutzen-Risiko für jede anstehende Impfung abzuwägen. Das setzt wiederum eine bessere Aufklärung voraus. Eine Webseite, in der das Thema neutral(!) von beiden Seiten für die einzelnen(!!) Impfungen beleuchtet wird, wäre vielleicht ein Anfang.
    Das Sie erwarten, dass Frau Merkel zurücktritt, kann doch nur ein Scherz sein. Sie können doch nicht diese Anforderungen stellen, nur weil die Kanzlerin zu einer Thematik (unter vielen anderen) nicht zu 100% Ihre Meinung vertritt. Impfen „Ja- oder nein“ macht doch keine gute Kanzlerin aus!

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