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Abstimmungszeit beendet
Autor Dr. Ilse Bräuning am 25. April 2013
5598 Leser · 6 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Sind bewaffnete Drohnen eine Katastrophe?

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin!

In der Tagespresse wurden Drohnen als die militärische Technologie der Zukunft vorgestellt. Unbewaffnet und nur zur Erkundung mag das angehen. Aber niemals bewaffnet! Da bemühen sich weltweit Politiker darum, Nuklearwaffen zu begrenzen und sollten nicht erkennen, dass bewaffnete Drohnen das Leben jedes einzelnen Menschen auf das Schrecklichste bedrohen könnten? Sollten diese Waffen in die Hände von Erpressern und Extremisten gelangen, ist nichts und niemand mehr sicher! Ohne Kriegserklärung und ohne den Angreifer zu kennen und zur Rechenschaft ziehen zu können, wäre das Leben der Menschen von Unsicherheit geprägt. Keine Beobachtung von abgestellten Taschen könnte uns helfen. Der Himmel über uns könnte jeder Zeit den Tod bedeuten.
Aber was wir nicht wollen, dürfen wir auch anderen nicht antun! Wie oft werden wegen eines Missverständnisses unschuldige Zivilisten getötet. Verständliche Rachegelüste entstehen dadurch und eine nie endende Kette der Gewalt! Sind unschuldige Opfer des Westens zu beklagen, sprechen unsere Politiker von Verbrechen an der Menschlichkeit. Sind es zufällig zwei Kinder auf einem Feld in Afghanistan, ergibt das eine Randnotiz in der Zeitung. Solange wir mit zweierlei Maß messen und das Unglück der anderen nicht sehen, solange wir immer glauben, im Recht zu sein und unsere Lebensart als die einzig richtige ansehen, werden Kriege nicht enden. Jetzt ein scheinbar unsichtbarer mit Drohnen. Ich bitte Sie, Frau Bundeskanzlerin, bewaffnete Drohnen zu verhindern.

Mit freundlichen Grüßen

Ilse Bräuning

Kommentare (6)Schließen

  1. Autor Helmut Krüger
    am 02. Mai 2013
    1.

    Zu Recht wurde es als Menschenverachtung gesehen, das innerdeutsche Grenzregime nicht nur per Menschen zu bewerkstelligen, sondern auch durch Selbstschussanlagen. Menschen können zur Rechenschaft gezogen haben, sie haben ihre Hemmschwelle, technische Gerätschaften nicht.

    Das empfinde ich als Grundbedingung jeder Ethik, dem MENSCHEN die Verantwortung zuzusprechen, nicht irgendwelchen Verhältnissen, hinter denen sie sich verstecken oder eine Kette technischer Abfolge auszulösen, bei denen der Mensch sich dann faktisch nur noch zu bloßen Bediener macht.

    Unabhängig aller sonstigen Unterschiede, die zweifellos bestehen, besteht auf dieser Ebene eine Gleichheit zwischen den Selbstschussanlagen an der DDR-Grenze und Drohnen insoweit, wie sie, die Drohnen FAKTISCH entlang äußerer Parameter agieren.

    Gewiss gibt es Beteuerungen, dass die Letztentscheidungsgewalt doch beim Menschen verbliebe. Wer selber anschaulich weder etwas sehen noch etwas hören kann, weil das ja das Gerät schon vorgenommen hat, der kann auch nicht adäquat entscheiden, selbst wenn er am letzten Glied der Kette sitzt. Schauen wir zurück, so ist die Vergangenheit voll von Beispielen, wo aus einer Möglichkeit durch Verweis auf Vorzüge letztlich dann eine Pflicht des Einsatzes wurde und es als Niederlage empfunden wurde, da wieder auszusteigen.

  2. Autor Christian Adrion
    am 02. Mai 2013
    2.

    Lieber eine kaputte Drohne, wie auch nur ein toter Soldat.
    Dass die Drohnen sich ideal zur Terrorbekämpfung eignen, haben sie bereits zur Genüge in der jüngsten Vergangenheit bewiesen.
    Drohnen ja! Dafür weniger Soldaten in den Krieg!
    Wer jetzt hier so gegen Drohnen wettert, schreit am lautesten, wenn die erste islamistische Bombe in Deutschland platzt. Darum Drohnen!

  3. Autor Helmut Krüger
    am 03. Mai 2013
    3.

    Sehr geehrte Frau Bräuning,

    als Vorbemerkung: Sehen Sie es mir zunächst nach, dass ich Sie nicht wie von Ihnen genannt, mit Dr. anrede, weil nach meinem eigenen Verständnis sich nicht Menschen und Doktoren unterscheiden, sondern nur Menschen und Menschen. Der Doktor-Titel hat nach meiner Empfindung bezüglich seiner Nennung nur - allenfalls hintendreingefügt - in Verbindung mit der spezifischen Fachrichtung, nicht jedoch allgemein seinen Sinn. Soweit Sie aber (dennoch) wert auf die Voranstellung des Doktortitels legen, werde ich das selbstverständlich akzeptieren.

    Zum Thema folgende Ergänzung: Wie von mehreren Seiten argumentiert, wird der Schutz des Lebens angeführt, um den Einsatz von Drohnen zu rechtfertigen. Das gilt selbstverständlicherweise auch in analoger Weise für das innerdeutsche Grenzregimes mit seinen seinerzeitigen Selbstschussanlage, da eben nur unter anderen Vorzeichen.

    Insofern heiligt der hoch angesetzte Zweck keineswegs die ethisch unlauteren Mittel.

    Ein Großteil der tatsächlich existierenden islamistischen und auch so verstanden terroristischen Bedrohung findet seinen Nährboden in einer geradezu ungeschickten, um nicht zu sagen tolpatschigen Vorgehensweise des Auslands.

    Wenn bspw. in der U-Bahn mir gegenüber auf der Sitzbank jemand sitzt mit hochrotem Kopf und zusammengeballten Fäusten, ich aber sitze da mit übergeschlagenen Beinen und sage zu dem "Lass da mal Luft raus" und ich habe infolgedessen eine Faust im Gesicht und liege auf dem Boden des Wagens, so ist es unzweifelhaft der andere, der seine Faust hat walten lassen. Dennoch werde sich so ziemlich alle, die das gesehen haben, sich einig darin sein, dass sich da zumindest einer recht überheblich verhalten hat.

    Das rechtfertigt nichts und rein gar nichts. Es gibt aber gewisse Erklärungsgründe ab. Es ist etwas anderes, wenn MENSCHEN vorgehen und sich ggf. erschießen lassen oder ob ein ferngesteuertes, just in dem Augenblick sein Ziel findendes Gerät die Tötung vollzieht.

  4. Autor Dieter Horst Engberth
    am 05. Mai 2013
    4.

    Deutschland hat sich bisher sehr strickt an internationales Recht
    der UNO-Charta gehalten!!
    Wollen wir nun diesen richtigen Pfad - aus kurzsichtigen/leider oft
    hysterisch aufgebauschten `Terrorgefahren`/ Beweggründen,
    vorschnell verlassen?
    Wir haben zum Glück viele `bedachte Sachverständige` und `weise
    Berater`(z.B. H. Polenz, H. Bahr) - die den klugen Menschenverstand höher schätzen als...`eng-befangenes Parteigeplänkel`.

    Übrigens, allen Deutschen sollte bekannt sein, dass hier in den
    letzten 12 Jahren/seit 9.11./ 10(!)x mehr Opfer von Rechts- und
    Linksextremismus, als von islamist. Terror zu beklagen waren.

    Bewaffnete Drohnen/"gezielte Tötungen!" sind von der UNO-Charta
    nicht abgedeckt (-solange offiziell kein "Kriegszustand" ist.)
    Gar nicht zu reden - moralisch äußerst fragwürdig. Dies muß die
    UNO-Vollversammlung gemeins. mit dem UNO-Sicherheitsrat
    noch dringend klären.

    Auch das, hier etwas `fadenscheinige Argument` - "Deutschland
    muß mehr Verantwortung übernehmen"! - "ja", aber nicht mit
    bewaffneten Drohnen, sondern als kluger Mediator und mit allen
    nur erdenklichen DEFESIEVEN/DEESKALIERENDEN Mitteln.

    Fazit: Drohnen ja, aber Nicht bewaffnet!!

  5. Autor Dr. Ilse Bräuning
    am 10. Mai 2013
    5.

    Es geht nicht um den Gegensatz von kaputten Drohnen oder toten Soldaten, sondern um die Frage, ob es gerechtfertigt ist, das Leben von eigenen Soldaten zu schonen, aber das von unbeteiligten Zivilisten in einem fernen Land als Kollateralschaden zu akzeptieren. Die meisten Drohnen werden wohl bisher in Pakistan an der Grenze zu Afghanistan eingesetzt. Ein pakistanisches Gericht hat die Regierung des Landes Anfang Mai 2013 angewiesen, die amerikanischen Drohnenangriffe zu stoppen. Es bezeichnete sie als Kriegsverbrechen, denen bisher Tausende Zivilisten zum Opfer gefallen seien. Man stelle sich vor, eine fremde Nation bekämpfte Terroristen in Amerika oder Deutschland auf diese Weise…
    Eine effektive Terrorbekämpfung sollte im eigenen Land erfolgen, wie es bisher in Deutschland zum Glück gelungen ist: durch frühzeitiges Erkennen der Gefahren und deren erfolgreiche Verhinderung.
    Ilse Bräuning

  6. Autor Martin G. Schultz
    am 26. Mai 2013
    6.

    Was hätte man alles mit 562 Millionen € in Sachen Bildung in Deutschland anstellen können? Stattdessen wurde diese Summe an Steuergeldern für die Entwicklung eines EURO HAWK veruntreut. Für eine Drohne, die noch nicht einmal für den europäischen Luftraum geeignet ist, weil sie kein Antikollisionssystem besitzt. Wer hat denn wohl auf deutscher Seite die Unterschrift unter den Vertrag gesetzt, der uns jetzt noch weitere 3,3 Millionen € "Entwicklungskosten" monatlich bis zum Nimmerleinstag kosten soll? Vielleicht sollte man in Zukunft über den "Verteidigungshaushalt" vom Volk abstimmen lassen.

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