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Beantwortet
Autor Ramona Lausch am 31. Januar 2011
7412 Leser · 5 Kommentare

Außenpolitik

Solidarität mit den ägyptischen Demonstranten

Sehr geehrte Frau Merkel,

warum äußert sich unsere Regierung nicht endlich deutlich zur Situation in Ägypten und fordert im Namen der Menschenrechte und der Freiheit eindeutig den Rücktritt des amtierenden Machtinhabers?

Die Demonstration, die von der ägyptischen Führung mit aller Macht und Gewalt zu unterdrücken versucht wurde, wurde von Menschen initiiert, die sich ein besseres Leben für die Menschen in Ägypten wünschen, Demokratie und Meinungsfreiheit.

Unser Land sollte als Verfechter von Einigkeit und Recht und Freiheit alles tun, damit 80 Millionen Menschen endlich von der Diktatur befreit werden. Bitte nehmen Sie außenpolitische Verantwortung im Sinne dieser Werte wahr, anstatt weiterhin durch Zurückhaltung aufgrund von Angst vor politischem Machtverlust oder vor radikalem Islamismus keine eindeutige Stellungnahme abzugeben. Die Beweggründe der deutschen Regierung für die "vornehme" Zurückhaltung sind mir einfach aufgrund der eindeutigen Situation in Ägypten nicht klar.

Machen Sie die Deutschen stolz, indem wir uns eindeutig zu Demokratie und Freiheit bekennen und fordern Sie den Rücktritt von Husni Mubarak bevor er die zweistelligen Milliardenbeträge, die sich höchstwahrscheinlich in seinem Besitz befinden. für sich und seine Helfeshelfer zur Seite schafft. Dieses Geld ist wenn überhaupt Eigentum des ägyptischen Volkes, das es dringend gebrauchen kann.

Der Mann kann froh sein, wenn er aus dem Land, das er verraten und verkauft hat, fliehen darf. Meines Erachtens nach sollte er sich vor einem ordentlichen Gericht für seine Taten verantworten müssen.

Wir haben in Deutschland die Möglichkeit gehört zu werden.

Bitte hören Sie meine dringende Bitte.

Hochachtungsvoll,

Ramona Lausch

Antwort
direktzu-Redaktion am 08. März 2011
direktzu-Redaktion

Sehr geehrte Frau Lausch, sehr geehrte Nutzerinnen und Nutzer,

die Frage zur Lage in Ägypten wurde am 31. Januar gestellt und bereits beantwortet:

http://www.direktzu.de/kanzlerin/messages/30747

Sie ist inzwischen von der politischen Entwicklung so weit überholt, dass eine zusätzliche, sinnvolle Beantwortung nicht möglich ist.

Wir bitten um Verständnis, dass daher der nächstbestbewertete Beitrag zur alternativen Beantwortung ausgewählt wurde.

Mit freundlichen Grüßen Ihr Redaktions-Team

Kommentare (5)Schließen

  1. Autor Erhard Jakob
    am 31. Januar 2011
    1.

    Ramona,

    Ihrer Meinung schließe
    ich mich nicht an.

    Wenn wir uns in alle inneren Angelegenheiten
    anderer Länder einmischen sollen,
    werden wir nie fertig.

    Es ist schon schlimm genug, dass wir uns
    in den Bürgerkrieg in Afghanistan
    haben rein ziehen lassen.

    Sehr oft kommt es nach dem Umsturz des
    bestehen Regimes für die Meisten noch
    schlimmer, wie es vorher war.
    .
    Vielmals werden Schurken abgesetzt
    und wieder von Schurken ersetzt.

    Im Kleinen ist es
    doch ähnlich.

    Oft läßt sich jemand scheiden, in der Hoffnung,
    dass der/die Nächste besser wird.

    Aber dann wird festgestellt, dass der/die Nächste
    nicht besser sondern nur anders ist.

    Wir sollten erst einmal vor unserer eigenen
    Haustür kehren. Da haben
    wir genug zu tun

    Alles Gute
    Erhard

  2. Autor Gunther G.
    am 31. Januar 2011
    2.

    Zum Beitrag von Ramona Lausch.

    Amerika unterstützte den ägyptischen Staat jährlich mit 1,3 Milliarden Dollar. Mubarak rüstete mit amerikanischen Waffen auf und das Jahr für Jahr. Jetzt wird mit diesen Waffen auf das Volk geschossen. Auf Menschen, die ihre Rechte auf Freiheit und Demokratie mit Massendemonstrationen einfordern.

    Mubarak müsse, so der USA Präsident Obama, "konkrete Maßnahmen ergreifen, damit seine Versprechungen auch umgesetzt werden. Mit Gewalt wird man die Missstände nicht abstellen können. Und indem man Meinungen unterdrückt, wird man sie nicht los."

    Regierungssprecher Gibbs: "Wir beobachten sehr aufmerksam, was die Regierung jetzt unternehmen wird, wie sich die Polizei, die Sicherheitskräfte und das Militär verhalten werden. Die Ereignisse können einen Einfluss auf unsere finanzielle Unterstützung haben",

    Das ist bezeichnend für die amerikanische Politik. Abwartend, vielleicht schafft es Mubarak noch einmal. So wird das ägyptische Volk nicht unterstützt, nein, es wird verraten und zum Opfer amerikanischer Interessen. Was zählen da schon Menschenrechte!

    Ägypten, so Entwicklungsminister Niebel, sei ein "vertrauenswürdiger Partner bei der Bekämpfung des internationalen Terrors.“ Ein Sprecher seines Ministeriums verweist gegenüber ZEIT ONLINE außerdem darauf, dass das Einhalten der Menschenrechte "schon immer das oberste Leitprinzip der deutschen Entwicklungspolitik" gewesen sei. Für die nächsten zwei Jahre sind 190 Millionen Euro vorgesehen,

    Ich schlussfolgere daraus, dass Herr Niebel, blind und taub, durch den Nahen Osten irrt. Es ist nicht nur schlimm, diese deutsche Politik ist beschämend.

    Der Grünen-Politiker Beck prangert indes die "in vielen Bereichen dramatisch" schlechte Menschenrechtslage am Nil an. Dies sei der Bundesregierung schon lange bekannt aber in der deutschen Außenpolitik "kein ernsthaftes Thema" gewesen.

    Ich finde den Beitrag von Frau Lausch gut und richtig. Mit Einmischung in innere Angelegenheiten eines Landes hat das nun wirklich nichts zu tun.

    Gehört das nicht zur Pflicht Deutschlands, Demokratiebewegungen zu unterstützen?
    Dazu muss sich eine Bundeskanzlerin Angelika Merkel offen bekennen.

    Gunther Gräfe

  3. Autor Erhard Jakob
    am 05. Februar 2011
    3.

    Hier gebe ich dem Aussenminister Dr. Guido Westerwelle (FDP)
    uneingeschränkt Recht.

    Uns steht es nicht zu, uns in die inneren Angelegenheiten
    von Ägypten oder anderer Länder einzumischen.

    Die *vierte* Gewalt sollte sachlich und unparteiisch berichten.
    Und sich nicht in diesem *Bürgerkrieg* auf
    eine Seite (Demonstranten) stellen.

    Und uns die Meinung machen, dass das die Demonstranten
    die Guten und die die zu Hause bleiben,
    die Bösen sind.

    Wenn unparteiisch und sachlich berichtet wird,
    dann können wir uns diese Meinung
    ganz allein bilden.

  4. Autor Erhard Jakob
    am 05. Februar 2011
    4.

    Wer bestimmt eigentlich was Wahrheit ist, was Freiheit ist
    und was Demokratie ist. In Deutschlandist es vor allem BILD.
    .
    Gegenwärtig sagt und die *vierte* Gewalt, bei der BILD
    das Monopol hat, dass die *Barrak-Gegner* die Guten
    und die *Barrak-Anhänger* die Bösen sind.
    .
    Angenommen, die folgende Regierung sagt sich mehr
    und mehr vom *Westen* los. Dann sind die
    heutigen Guten plötzlich die Bösen.
    .
    Wir sollten alle Menschen, die Demonstranten
    und die Gegendemonstranten gleich werten..
    .
    Schließlich macht
    es Gott auch so.
    .
    Und wir Menschen sollten
    es ihm gleich tun!
    .
    Auf den Strassen ist ein regelrechter *Bürgerkrieg*
    ausgebrochen. Und BILD hetzt uns auf für
    die *Barrak- Gegner* Partei zu ergreifen.
    .
    Ich werde BILD was sch ... !
    .
    Um für eine Seite Partei zu ergreifen,
    kenne ich die Gesamtumstände
    viel zu wenig.

  5. Autor Ramona Lausch
    Kommentar zu Kommentar 4 am 07. Februar 2011
    5.

    Ich finde es vernünftig, für keine Seite Partei zu ergreifen, wenn Sie die Gesamtumstände nicht wirklich kennen.

    Ich habe in den vergangenen 13 Tagen hunderte von Artikeln gelesen und sehr viele live-Aufnahmen der "Umstände" gesehen und glaube mir ein Urteil erlauben zu können.

    Hosni Mubarak und sein Regime sind Mörder, sie haben den unter ihrer Verantwortung stehenden Sicherheitsdienst und die Polizei angewiesen, Gewalt gegen die Demonstranten anzuwenden und zwar bis zum Gewehrschuss, bei dem Menschen getötet worden sind.

    Und ich bin Meinung, wir sollten uns von Mördern und Diktatoren deutlich distanzieren und sie nicht in unseren Krankenhäusern aufnehmen.

    Der Mann und seine Gefolgsleute gehört vor ein ordentliches Gericht, nicht mehr und nicht weniger.

    Gerne kann ich Ihne Artikel und Videos schicken, die Ihr Gesamtbild vervollständigen.

    Und nur nebenbei erwähnt, auch ich halte nichts von Angstmacherei oder Effekthascherei durch die Medien, weder für die eine noch die andere Seite.

    Viele Grüße, Ramona Lausch

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