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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Magnus Mayer am 17. Mai 2010
7358 Leser · 0 Kommentare

Innenpolitik

Sparkurs

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
eigentlich wollte ich mehrere Fragen stellen.
Seit der Wende hat schon der ehrwúrdige Finanzminister die Bundesrepublik schon auf drastische Sparmassnahmen eingheschwoert. Jetzt sind 20 Jahre schon in s Land gegangen mit dem Ergebnis, dass schon Alles marode ist. Jetzt soll mehr gespart werden- wo bestimmt ?am kleinen Mann? Man muss doch mal ueberlegen seit der Einfuerung des Euros haben sich Loehne halbiert die Preise sind geblieben.
Was billiger wurde ist lediglich die weisse Wahre ( Kuelschraenke, Waschmaschienen, PCs, u.a Artikel. Nur ist das Problem diese Artikel kaufe ich nicht alle Tage. Ich kann nicht sagen, dass ich ueber meine Verhaeltnisse lebe.
Punkt zwei: Bilderberg- Bilderbergtreffen sind jaehrliche informelle Treffen, an denen die grossen Wirtschaftbosse sowie Inhaber der Grossbanken teilnehmen und die jeweils in Uebersee stattfinden und jeweils in Europa. Die Frage stelle ich, warum werden diese Treffen im Geheimen abgehalten und warum werden diese Treffen von der jeweiligen Landespolizei hermetisch abgeriegelt. Wenn ein politisches Organ dort teilnimmt, wer bezahlt diese Treffen ( Nachricht ueber Skandal um Minister Schwarzenberg/Tschechische Republik ?T1 ?esky rozhlas)
Punkt 3: Wachsender Kreislauf der Armut. Wichtig fuer uns ist nicht nur unsere lobenswerte Exportwirtschaft, sondern die auch die Binnenwirtschaft. Verdienen weniger Menschen Geld oder wenig Geld, werden z.B. weniger Gaststaetten besucht, weniger Geschaefte besucht- daraus resultiert weniger Binnennachfrage und somit benoetigt man weniger Geschaefte weniger Producktion und somit weniger Arbeitskraefte und dass bedeutet mehr Staatsausgaben...
Wenn jemand in Arbeit geht soll meines Erachtens sich ein Auto leisten koennen - ein Haus- und schonen Familienurlaub und soll nicht im Supermarkt jeden Pfennig drehen muessen.
Punkt 4Bildung: Ihre Aussage... an Bildung wird nicht gespart.. finde ich gut und lobenswert.
Punkt 5 Euro erst wurde der deutsche Steuerzahler wegen den Banken belastet- jetzt wegen Griechenland dann der Dominosteineffekt.. Italien Spanien... Portugal. Hat der Euro noch einrn Zweck? Und gespart wid am kleinen Mann, an der Familie. Hat es noch einen Sinn in Deutschland Kinder auf die Welt zu setzen?
Punkt6 Deutschland ist ein grossartiges Land. Das Auto wurde erfunden, die elektrische Lokomotive eigentlich fasst Alles. Warum sind wir auf den Weg zu einen Niedriglohnland und warum haftet fast nur der Steuerzahler?
Liebe Kanzlerin ,gut Ihnen ist ein schweres Joch aufgeladen und es schwierig jedem gerecht zu werden Ihre Arbeit moechte ich nicht machen
Freue mich auf Antwort

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 25. Juni 2010
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Mayer,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Die jetzt beschlossenen Sparmaßnahmen sind überfällig, damit der Bundeshaushalt langfristig wieder in Ordnung kommt. Nur mit soliden öffentlichen Haushalten können wir den Wohlstand unseres Landes erhalten, den Sozialstaat auf Dauer sichern, Arbeitsplätze schaffen und unseren Kindern und Enkelkindern eine gute Zukunft ermöglichen.

Es wird nicht nur am „kleinen Mann“ gespart. Das Sparpaket ist ausgewogen und fair. Jeder leistet dazu seinen Beitrag: Verwaltung, Unternehmen und Bürger.

Und trotz der notwendigen Einsparungen hat die Bundesregierung zu Jahresbeginn - wie übrigens auch 2009 – vor allem die Familien steuerlich entlastet und damit ihre Kaufkraft gestärkt. Denn auch das trägt dazu bei, dass Deutschland jetzt so gut aus der Krise herauskommt.

Dass dies gelingt, ist insbesondere ein Ergebnis der Regierungspolitik in den letzten zwei Jahren: Hier sind die Konjunkturprogramme zu nennen und die Entlastungen von Unternehmen und der Bürgerinnen und Bürger. Sie beleben die Binnennachfrage auch dadurch, dass sie positiv am Arbeitsmarkt wirken.

So gibt es derzeit eine kräftige Belebung des Arbeitsmarktes. Wir hatten die niedrigste Arbeitslosenquote in einem Mai seit 1992. Wer Arbeit hat und Geld verdient, entlastet nicht nur das Sozialsystem. Er konsumiert auch und hilft damit der Binnennachfrage.

Weitere Informationen finden Sie hier:

http://www.bundesregierung.de/nn_1264/Content/DE/Artikel/...

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2010/06/...

Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit zahlen übrigens die deutschen Haushalte inzwischen weniger Abgaben als noch 2000. Und das, obwohl die nominalen Durchschnittslöhne seither um fast 20 Prozent gestiegen sind.

Informationen zur OECD-Studie „Taxing Wages 2010“:

http://www.oecd.org/document/23/0,3343,de_34968570_350089...

Der Euro ist nicht – wie oft angenommen - ein „Teuro“. Im Gegenteil: Zu D-Mark-Zeiten (zwischen 1960 und 1998) lag die Verbraucherpreis-Inflation im Schnitt bei etwas über drei Prozent. Seit Einführung des Euro 1999 liegt sie durchschnittlich bei nur knapp über zwei Prozent. Der Verbraucherpreisindex für Deutschland ist im Jahresdurchschnitt 2009 gegenüber 2008 um 0,4% gestiegen. Dies ist die niedrigste Jahresteuerungsrate seit 1999.

Mehr zur Preisentwicklung beim Statistischen Bundesamt:

http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis...

Die Maßnahmen zum Schutz des Euro liegen unmittelbar im deutschen Interesse. Denn bislang hat sich der Euro als sehr stabil erwiesen, sogar stabiler als die D-Mark. Als Exportnation hat Deutschland ein großes Interesse an einem stabilen Euro.

Ganz wichtig: Sowohl die Griechenland-Hilfe als auch der Euro-Schutzschirm sehen keine direkten Zahlungen aus den Staatskassen, d.h. Steuergelder, vor. Es handelt sich um staatliche Bürgschaften für Kredite, die mit Zinsen zurückgezahlt werden müssen.

Damit bei der nächsten Finanzmarktkrise nicht wieder die Steuerzahler in Vorleistung gehen müssen, will die Bundesregierung eine Bankenabgabe in Deutschland. Alle Banken sollen dafür in einen extra Fonds einzahlen. Darüber hinaus setzt sich die Bundesregierung für eine internationale Abgabe oder Steuer für Finanzinstitute ein, damit sich die Lasten gerecht verteilen.

Schutzschirm für den Euro: http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Europa/Schutzs...

Wir können hier nicht auf alle Ihre Fragen und Aussagen eingehen. Wir hoffen, Sie haben dafür Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung