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Beantwortet
Autor Wolfgang Kill am 03. September 2012
6603 Leser · 1 Kommentar

Wirtschaft

STEIGENDE STROMPREISE

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel ,

Ziatat: „Die Unternehmen genauso wie die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland müssen auch in Zukunft mit bezahlbarem Strom versorgt werden.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Juni 2011

Berlin – Sie hatten es fest versprochen: bezahlbarer Strom für alle!
Im Juni 2011 sagte Frau Kanzlerin Angela Merkel (58, CDU) im Bundestag,
die Umlage für Strom aus erneuerbaren Energien dürfe
„nicht über ihre heutige Größenordnung hinaussteigen“.
Die Grenze liege „bei etwa 3,5 Cent pro Kilowattstunde“.
Und womit drohen die Energie-Versorger aktuell ? !
Zitat: die Energiewende gebe es nicht zum Nulltarif
Vattenfall-Europa-Chef Hattaka: Strompreise würden bis 2020 um bis zu 30 Prozent steigen
Firmen zahlen erheblich weniger als der Privatverbraucher in der Masse !
RWE-Aktie: Höhere Preise, höhere Kurse?
RWE-Chef Peter Terium stellt Verbraucher auf höhere Strompreise ein. Grund sei die vorgezogene Energiewende. Diese gebe es nicht zum Nulltarif. Eine schlechte Nachricht für die Kunden des Energieriesen, aber eine gute Nachricht für die Anleger des DAX-Konzerns.
Ist die Aktie ein Kauf ?
http://www.deraktionaer.de/aktien-deutschland/rwe-aktie--...
Von allen Seiten diese Drohungen .

Und was sagen Sie, zur Zeit, Frau Bundeskanzlerin den privaten Bürgern ?

Wird durch den Strompreis die Schere – Reich / Arm – noch eklatanter ? !

Oder, abschließende Frage:
handeln Sie, Frau Merkel , nach der bekannten Aussage:
„Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“ ?

Gruß aus Gladbeck
GlückAuf

Wolfgang Kill

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 05. Oktober 2012
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Kill,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Für steigende Energiepreise sind verschiedene Faktoren verantwortlich, die im einzelnen nicht immer vorhersehbar sind. Dazu gehören unter anderem die Preisentwicklung auf den internationalen Rohstoffmärkten, die Entwicklung des Wechselkurses des Euro gegenüber dem Dollar und die jeweiligen Marktbedingungen.

Der durchschnittliche Haushalts-Strompreis beträgt in diesem Jahr rund 25,5 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh). Mit 3,59 ct/kWh nimmt die Erneuerbare-Energien-Umlage (EEG-Umlage) nur ein knappes Siebtel des Gesamtpreises ein. Gegenüber 2011 stieg die Umlage lediglich um 0,06 ct/kWh. Sie war damit kein wesentlicher Grund dafür, dass sich die Haushalts-Strompreise um etwa 1 ct/kWh im ersten Halbjahr 2012 erhöht haben.

Für 2013 steht die Höhe der EEG-Umlage noch nicht fest. Es ist aber davon auszugehen, dass sie steigen wird. Insbesondere durch die Erzeugung der Solarenergie, die viel stärker zugenommen hat, als alle Gutachten vorausgesehen haben. Die Bundesregierung hat darauf reagiert und das EEG korrigiert.

Gemeinsam mit der Bevölkerung und der Wirtschaft wird die Bundesregierung nach Wegen und Möglichkeiten suchen, um die Belastungen gerecht zu verteilen. Der durchschnittliche deutsche Haushalt gibt nur 1,5 Prozent seines Budgets für Stromkosten aus. Über eine intensive Energieberatung müssen wir zu mehr Energieeffizienz kommen, um den Verbrauch und damit die Kosten für Energie zu senken. So lassen sich die Mehrkosten in vielen Fällen ausgleichen. Nach wie vor gilt die Aussage der Bundeskanzlerin: Energie muss bezahlbar bleiben.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Peter Gruenewald
    am 09. September 2012
    1.

    Sehr geehrter Herr Kill,
    dieses Thema brennt mir, wie Ihnen auf den" Nägeln" ( besser "auf dem Geldbeutel" meines Privathaushaltes).
    Habe im Mai d.J. eine etwa gleichlautende Anfrage gestellt. Ergebnis: nur 9% der Leser haben sich positiv für dieses Thema entschieden. Die Anfrage hat also nie das Kanzleramt erreicht.
    Vielleicht haben Sie mehr Erfolg beim "deutschen Publikum", wenn Sie die Energieversorger als Preistreiber für den plötzlichen Ausstieg aus der Kernenergieversorgung in Deutschland verantwortlich nennen.
    Offenbar interessiert sich in Deutschland kaum einer für steigende Energiepreise, Auch überproportional steigende Öl- und Benzinpreise, die, wie die Strompreise, jeden belasten, werden offenbar mit nutzlosem Widerspruch über Medien hingenommen.
    Empfehle Ihnen einen Artikel zu diesem Thema aus dem Magazin " DIE ZEIT vom 31. Mai 2012, Abschnitt Wirtschaft, zu lesen, unter dem Titel
    "Die Versorgung ist gefährdet".( Interview mit dem ehemaligen Vorstandschef der EnBW)
    Ein Fazit in diesem Interview: Mit den Fachleuten redet in der Regierung kein Politiker mehr.
    Aus den politisch verursachten Pleiten ( siehe Berliner Flughafen und Nürburgring, vorhersebar auch Stromtrassen für Ofshore-Windparks)
    ziehe ich persönlich das Fazit:
    Ich habe mir ein umweltunfreundliches Kleinstromaggregat gekauft, das den Betrieb meiner Heizung und des Kühlschrankes sicherstellt.
    Ich wähle keinen Politiker mehr.
    Werde aber die Diskussion um Ihre Anfrage mit Interesse weiter verfolgen.
    MfG, Peter Grünewald

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