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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Sandra Schmidt am 01. September 2015
5599 Leser · 9 Kommentare

Außenpolitik

Syrien

Sehr geehrte Frau Kanzlerin,
mein politisches Verständnis hält sich in Grenzen. Ich würde gerne verstehen,warum ein ganzes Land die Heimat fluchtartig verlassen muss,nur weil diese IS sich dort an ihnen austobt.? Warum tut niemand was?? Wo sind die USA? Die Bundeswehr? Warum können sie Weltkulturerbe zerstören und Menschen dort köpfen und aufhängen und keiner hilft oder stellt sich dem in den Weg? Natürlich müssen wir den Menschen auch hier helfen und ich gebe mein Bestes. Aber warum wird das Problem nicht an der Wurzel gelöst??? Liegt es daran, das dort keine Ölreserven sind,wie mein Mann behauptet,oder woran? Im Irak wurde auch alles gegen die Taliban versucht. Wie gesagt,ich bin ein absoluter Laie, aber ich würde gerne verstehen warum es so ist und nicht anders. Über eine ehrliche Antwort würde ich mich sehr freuen.Mit freundlichen Grüßen , S. Schmidt

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 05. Oktober 2015
Angela Merkel

Sehr geehrter Frau Schmidt,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Die terroristische Gruppierung ISIS gefährdet Frieden und Stabilität im Nahen und Mittleren Osten. Die Bundesregierung übernimmt deshalb politische Verantwortung in Koalition, die sich gegen ISIS gebildet hat; ein Zusammenschluss von 60 Staaten. Deutschland unterstützt beispielsweise durch Ausbildung irakischer Kräfte im Nordirak und die Lieferung von Ausrüstung den Kampf des Irak gegen ISIS. In Syrien unterstützt die Bundesregierung die Verwaltung in Gebieten, die die moderate Opposition kontrolliert. Ziel ist die Stabilisierung der betroffenen Regionen.

Ein weiteres zentrales Element im Kampf gegen den internationalen Terrorismus ist die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Regionale und internationale Zusammenarbeit sind hier entscheidend, um Erfolge zu erzielen. Deutschland engagiert sich in den zuständigen Gremien, zum Beispiel der Financial Action Task Force, und bei der Umsetzung der Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. So hat Deutschland auch das UN-Übereinkommen über die Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung ratifiziert.

Im Kampf gegen ISIS hat es Fortschritte gegeben. So ist der Ansturm auf die syrische Stadt Kobane gestoppt worden. Auch ist es ISIS praktisch unmöglich geworden, Öl zu exportieren. Entscheidend ist jetzt, in den zurückgewonnenen Gebieten das Vertrauen und die Unterstützung der Bevölkerung wiederzugewinnen. Außenminister Steinmeier sagte dazu: „Langfristig braucht es für einen Erfolg gegen ISIS vor allem eine politische Perspektive, wie ein friedliches Zusammenleben in Zukunft wieder gelingen kann.“ Weitere Informationen:
http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Regionale...

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (9)Schließen

  1. Autor Wolfgang Mücke
    am 02. September 2015
    1.

    Ich frage mich, warum die syrischen Männer nach Europa fliehen, anstatt gegen den IS zu kämpfen. Soll die Bundeswehr für die flüchtenden syrischen Männer einspringen?

  2. Autor ines schreiber
    am 14. September 2015
    2.

    Ich weiß es nicht....ich würde meine Familie wegschicken....und ggf. selbst bleiben.....

  3. Autor Wolfgang Bartosch
    am 16. September 2015
    3.

    Es tobt nich nur der IS, sondern Assad tobte vorher schon.

  4. Autor Erhard Jakob
    am 21. September 2015
    4.

    Ich sehe das genauso,
    wie es Wolfgang
    sieht.

    Es kann nicht sein, dass (junge) Männer
    flüchten und andere Menschen für
    diese Leute ein besseres Land
    erkämpfen.

  5. Autor Sylvia Hemstedt
    am 22. September 2015
    5.

    Hier zum Beispiel... haben Sie sich schonmal überlegt, was Sie schreiben Herr Jakob? „Die jungen Männer“ sollen für ein besseres Land kämpfen. Die haben ja nur die Wahl sich umbringen zu lassen. In dem Bürgerkrieg gibt es absolut keine Aussicht auf ein Ende. Auf welche Seite würden Sie sich als 22 Jahre alter Mann stellen, der eigentlich einfach nur leben möchte? Auf die Seite des Terrorregime von Assad? Oder auf die Seite der Freien Syrischen Armee, die sich aus völlig unterschiedlichen Gruppierungen (unter anderem der Islamische Front) zusammensetzt ist und sich nur darauf einigen kann, dass Assad der Feind ist? Oder auf die Seite des IS? Ich würde mein Leben nicht für diesen Mist opfern wollen! Hören Sie bitte auf zu fordern, dass sich die jungen syrischen Männer umbringen lassen sollen! Sie schreiben doch sonst immer, dass es Leute mit Geld und Macht gibt die Kriege verantworten. Warum sollte man sich für diese Leute töten lassen.. als junger syrischer Mann?

  6. Autor Erhard Jakob
    am 22. September 2015
    6.

    Sylvia,

    Sie haben ihre Weltanschauung und ich habe meine Weltanschauung.
    Wir sehen manche Dinge deshalb auch aus verschiedenen Blick-
    winkeln. Ich bin "Baujahr" 1949. Wenn ich 40 Jahre eher ge-
    boren wäre, weiß ich heute nicht, ob ich für Führer, Volk
    und Vaterland in Stalingrad erfroren wäre? Oder, ob
    mich die Nazis in Buchenwald als Regime-
    Kritiker verbrannt hätten.

    Ich freue mich sehr, dass der Untergang der DDR so
    unblutig von statten gegangen ist. Wenn damals ein
    (DDR)Bürgerkrieg ausgebrochen wäre, wüßte
    ich heute auch nicht, auf welche Seite
    ich mich gestellt hätte.

    Möglich, dass ich mich mit der Waffe in der Hand
    für die Verteidigung meines Heimatlandes
    eingesetzt hätte?

  7. Autor Erhard Jakob
    am 26. September 2015
    7.

    "Was Recht ist - muss Recht bleiben!*
    Das muss auch für das Asylrecht und
    das Einwanderungsgesetz gelten.

    Im Falle von Edword Snowden wurde
    schon einmal das Asylrecht gebeugt.

    Wer das Recht beugt -
    der bricht es.

  8. Autor Gabriele Klein
    Kommentar zu Kommentar 5 am 26. September 2015
    8.

    Hallo Frau Henstedt, bei den vielen Seiten für die es nicht lohnt haben Sie ein paar vergessen, es gibt nicht nur die Kämpfer Assads und des Daech zur Auswahl, sondern auch die Kurden denen sich teils christliche Freischärler anschließen oder sowas wie eine pro westliche Allianz etc etc. Auch kann man einen neuen "Trupp" gründen........ Also ich frage mich ob die Flucht der jungen Herren vielleicht gar keine ist sondern sich dahinter die Suche nach "neuen" weichen Kampfzielen verbiergt von denen es in Syrien in der Tat nicht mehr allzu viele geben dürfte...... Viele wollen doch kämpfen und ja auch mit Waffen, nur halt nicht gegen "Waffen" sondern gegen Krankenhäuser, Ambulanzen und Babywiegen ... In Syrien ist da jetzt die Mission beendet, das Ziel ist erreicht. Die Zivilisten sind entweder tot oder weg und übrig bleiben die mit den Waffen, Aber wer es damit aufnimmt wird in bestimmten Kreisen kein Held..... Vielleicht deshalb, ab gen West, wo es noch ein paar Krankenhäuser, Kindergärten und Ambulanzen gibt, gegen die es lohnt zu kämpfen....

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