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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Harald Mohrhardt am 05. November 2014
6959 Leser · 11 Kommentare

Kultur, Gesellschaft und Medien

Tickende Zeitbomben am Steuer

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
immer wieder verursachen alte autofahrende Menschen Unfälle, die auch oft tödlich für Beteiligte enden.
Wie kann es sein, dass, beim heutigen Verkehrsaufkommen, nicht überprüft wird, ob jemand noch verkehrstauglich ist, oder ihm bzw. ihr, zum Wohle der Allgemeinheit, der Führerschein entzogen werden soll.

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 12. Dezember 2014
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Mohrhardt,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Die Bundesregierung verfolgt die Entwicklung der Unfallzahlen und Unfallfolgen sehr aufmerksam. Bisher deutet nichts darauf hin, dass ältere Verkehrsteilnehmer ein besonders hohes Risiko im Straßenverkehr sind.

Aufgrund der demografischen Entwicklung steigt die Zahl älterer Verkehrsteilnehmer deutlich. Die Bundesregierung fördert deshalb Maßnahmen, die die Verkehrs- sicherheit für diese Bevölkerungsgruppe verbessern.

Die „Aktion Schulterblick“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates weist beispielsweise auf die Notwendigkeit freiwilliger Gesundheitschecks hin. Gesundheitschecks sind ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Fahrtüchtigkeit aller, insbesondere aber älterer Verkehrsteilnehmer. Sie dienen dazu, die Sehkraft, das Gehör, die Beweglichkeit sowie Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit zu überprüfen.

Die „Aktion Schulterblick“ will ältere Verkehrsteilnehmer für altersbedingte Beeinträchtigungen sensibilisieren. Mit Hilfe des freiwilligen Gesundheitschecks sollen sie selbst entscheiden können, ob, wie oft und in welcher Form sie künftig am Straßenverkehr teilnehmen wollen.

Hier geht es zur Website der Aktion: http://www.dvr.de/aktionen/aktion-schulterblick.htm

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (11)Schließen

  1. Autor Helmut Krüger
    am 05. November 2014
    1.

    Ich denke, das wesentlichste Problem sind nicht diejenigen, die nach und nach das Vermögen verlieren, ein Kfz zu fahren, das wesentlichste Problem sind diejenigen, die sich selbst überschätzen.

    Die können nicht zu wenig, die können allenfalls zu wenig und genau das ist der Grund für deren Omnipotenz- also Allmachtsphantaisen. Da steht zwar 80 vor der Kurve angeschlagen, weil das aber nur für Weicheier und Loser gilt, fahre ich da doch glatt mit 110 rein. Spätestens bis zur Rutschpartie mit gefallenen Blättern im Herbst oder nach einem kräftigen Regenguss.

    Auch der so bezeichnete "Idiotentest" ist völlig falsch benannt. Es geht nicht um Verbesserung des Könnens, sondern um Zurückhaltung angesichts der astronomisch gewordenen Möglichkeiten. Es geht um die Herausbildung der Empfindung, dass ein Zurückbleiben hinter dem Maximum der Möglichkeiten keine Niederlage ist, sondern ein pures Selbstverständnis und persönliche Reife.

    Wider die Unreife hinter dem Steuer. Für die Herausbildung selbst-bewusster, anstelle unreifer Persönlichkeiten. Dazu gehört auch die klare Unterscheidung, dass die Einnahme von Alkohol und das Fahren eines Fahrzeugs mit 10.000 Tonnen Schubkraft sich im Zweifelsfall gegenseitig ausschließen.

    Entweder Alkohol trinken oder Auto fahren. Beides zusammen geht nicht oder eben nur zu Lasten von Schwächeren, die zumeist die Opfer davon sind.

  2. Autor Helmut Krüger
    am 05. November 2014
    2.

    "... die können allenfalls zu viel." sollte es heißen "und genau das ist der Grund von deren Omnipotenz, also Allmachtsphantasien.

  3. Autor Erhard Jakob
    am 14. November 2014
    3.

    Harald,
    .
    wir sollten aber an dieser Stelle auch nicht verschweigen, dass
    die schlimmsten tickenden Zeitbomben nicht von den Alten
    sondern von den Jungen ausgehen.
    .
    Wir brauchen nur den Fernseher anschalten und
    schon haben wir die *Produktion* der
    "Zeitbomber" vor Augen.
    .
    Gezündet wurden sie in der Regel nicht von 80
    oder 90-Jährigen, sonder von 18 oder
    19-Jährigen.

  4. Autor Erhard Jakob
    am 18. November 2014
    4.

    Dennoch stehe ich auf dem Standpunkt, dass die Fahrtauglichkeit
    ältere Bürger (z.B. über 70) alle 5 Jahre überprüft wird.

  5. Autor Helmut Krüger
    am 19. November 2014
    5.

    Auch wenn es viele wieder als Abzocke behaupten, ich wäre sehr dafür, dass genau wie Fahrscheine in Bahnen und Busse kontrolliert werden, das Fahrvermögen durch spontanes, also unangekündigtes Hineinsetzen von externen Prüfern ins Auto gleichfalls überprüft wird.

    Natürlich nicht mit der Konsequenz des augenblicklichen Führerscheinentzugs, sondern mit einer aufbereiteten Mängelliste, die zu beheben wäre. Bei gut einem Viertel der Autofahrenden sollte allerdings schon ein augenblickliches Fahrverbot greifen, angesichts des an den Tag gelegten Fahrstils.

    Wo die Älteren von der Erfassung der Situation nachlassen und darin überprüft werden müssten, sind es die Jüngeren, die sich oftmals knallhart selbst überschätzen.

  6. Autor Wolfgang Mücke
    am 27. November 2014
    6.

    Ich bin dafür, dass grundsätzlich alle 10 Jahre die Fahrtauglichkeit überprüft wird. Zum einen ändern sich ständig die Gesetze und viele Verkehrsteilnehmer nehmen das überhaupt nicht wahr. Zum zweiten ändert sich der Mensch im Laufe seines Lebens. Das kann auch schon den jungen Menschen betreffen, der sich nach 10 Jahren Fahrpraxis maßlos überschätzt. Der 40 Jahre alte 1. Hilfe-Kurs könnte natürlich auch aufgefrischt werden.

  7. Autor Erhard Jakob
    am 01. Dezember 2014
    7.

    Der Meinung von Wolfgang Mücke schließe ich mich
    an. Besonders junge Leute überschätzen sich
    und verursachen durch zu schnelle fahren
    schlimme Unfälle.
    .
    Alte Fahrer sind oft bei manchen Situationen
    schnell überfordert und deshalb
    kommt es zum Unfall.
    .
    Man darf aber nicht die Alten gegen die Jungen
    > und umgekehrt < ausspielen. Man darf
    aber auch nicht die Armen gegen die
    Reichen ausspielen. Deshalb
    sollte der angedachte TÜV
    Pflicht werden und aber
    auch kostenlos sein.

  8. Autor Erhard Jakob
    am 03. Dezember 2014
    8.

    Die Lebenshaltungskosten werden immer teurer.
    Die Einkommen (Lohn, Rente und Hilsleistungen)
    steigen nicht in gleicher Höhe. Das heißt, der
    >Normalbürger< kann sich zukünftig immer
    weniger leisten. Wenn der *Tauglichkeits-
    TÜV* von den Rentnern mit *Aufstockung*
    beglichen werden muss. Dann können
    in Zukunft nur noch Menschen mit
    einem guten Einkommen sich
    ein Auto leisten.
    .
    Auch ist wieder die *Feuerwehrabgabe*
    und andere Gebühren und Steuern
    in Rede. Viele sehen in die
    Zukunft und sehen
    nichts Gutes.
    .

  9. Autor Erhard Jakob
    am 05. Dezember 2014
    9.

    *Durch Gerechtigkeit muss das Land bestehen.
    Durch Unrecht wir es ganz vergehen.*
    .
    Viele Menschen verlieren immer mehr das Vertrauen
    in die Rechtssicherheit in unserer Demokratie.
    Viele haben die Erfahrung gemacht, dass nicht der
    Recht bekommt, der Recht hat. Sondern der
    das Recht bekommt, der das Geld hat.
    .
    *Das Recht des Stärkeren* wird eines Tages dazu
    führen, dass die tatsächlich Rechthabenden
    das Recht mit gewalt holen. Und das ist
    das Ende aller *Rechtsstaatlichkeit*.
    .
    Das Ende einer *Rechtsstaatlichkeit* habe viele
    deutsche Bürger 1989/90 erlebt. Und viele
    von denen möchten keine >2. Wende<
    erleben.

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