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Abstimmungszeit beendet
Autor J. Müller-Wende am 09. September 2014
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Außenpolitik

Ukraine Krise darf nicht zur Weltkrise eskalieren

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
in einer Zeit, die so unglaublich bedrohlich erscheint, möchte ich Ihnen herzlichst danken für Ihre Umsichtigkeit, Analytik und Ihr diplomatisches Geschick. Während USA und NATO mit vollem Risiko auch einen militärischen Konflikt mit Russland bereit sind, einzugehen, sind Sie die einzige, die noch den Dialog sucht. Meine Frage: ist es nicht vielmehr so, daß die USA (auch Kanada) und die USA hörigen Institutionen/Länder so bewußt eine schwarz/weiss Sichtweise annehmen, weil es am Ende doch nur darum geht, eine neu entstehende Wirtschaftsmacht EU/Russland, ein neues geopolitisches Machtzentrum EURASIA zu verhindern? Brauchen wir nicht längst neue Strukturen? Die NATO ist überholt. Wie lange noch, bis die Menschen auf die Straße gehen und sich die dauerhafte Falschdarstellung der komplexen Zusammenhänge, das ungebremste und unkritische Aufnehmen und Unterstützen der Ukraine, möglicherweise auch der falschen politischen Kräfte, den leichtfertigen Umgang von USA und NATO mit dem Weltfrieden nicht länger bieten lassen?
Deutschland kommt eine Schlüsselrolle zu, seine weise und unabhängige Stimme deutlich zu formulieren, was Sie ja schon tun. Ist es Ihnen möglich, nochmals zu versuchen, einen Gipfel der Regierungschefs mit Putin zu organisieren, der dann beschließen kann, daß die Ukraine weder dem einen noch dem anderen Bündnis zugeteilt, sondern als föderalistischer Staat/Puffer zwischen den Blöcken existiert, ggf. sogar als geteilter Staat mit UN-Aufsicht. Anders kommen wir aus dem entstandenen Wahnsinn nicht mehr heraus.
Mit freundlichen Grüßen

Joachim Müller-Wende
(Generation Nachkrieg, Bj. 1959, glücklich verheirateter Familienvater mit 3 Kindern, Unternehmer)