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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Sebastian Gerhold am 09. Juni 2015
4592 Leser · 2 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Unterstützung zur Gründung von Familien

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, die geburtenstarken Jahrgänge gehen auf die Rente zu. Leider kommen nicht genug Kinder nach, die der heutigen Generation die Rente sichern können, und den derzeitigen Standard an qualifizierten Arbeitskräften in den Unternehmen sichern können.

Warum unternimmt die Regierung nichts zur aktiven Förderung von Familiengründung?

Viele in meinem Freundes oder Bekanntenkreis möchten Kinder, wissen aber nicht, wie Sie den Abtrag einer Immobilie etc. bei Verdienstausfall eines Partners stemmen sollen, wenn ein Kind da ist. Es gibt doch sicher einige Möglichkeiten den jungen Leuten die Familie und 2-3 Kinder "schmackhaft" zu machen. Elterngeld ist sicher ein Schritt in die Richtige Richtung, aber es geht doch bestimmt noch mehr, oder?

Jetzt laut nach Hilfsarbeiter und Fachkräfte aus dem Ausland zu rufen, kann keine optimale Lösung für die Zukunft sein. Die Kinder von Heute, werden die Fachkräfte von Morgen.

Leider macht sich auch das Gefühl breit, dass Familien aus sozial schwächeren Schichten (Hartz4-Beziher), keinerlei Gedanken bei der Familienplanung machen. Im Zweifel ist der Staat ja sowieso für mich da. Rücklagen für defekte Haushaltsgeräte? Im Zweifel ist der Staat ja sowieso für mich da.

Mit diesem Beispiel wollte ich nur aufzeigen, dass das Kinderkriegen leider nur noch ein Rechenbeispiel ist.

Meine Frage habe ich oben bereits formuliert. Nun meine Bitte an Sie, liebe Frau Bundeskanzlerin, tun Sie und Ihre Regierung etwas, dass das Kinderkriegen bzw. die Familienplanung kein Rechenzirkus mehr ist.

Ich bedanke mich für eine Kurze Beantwortung

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Gerhold

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 10. Juli 2015
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Gerhold,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Sie haben Recht: Die Auswirkungen der demografischen Entwicklung sind in Deutschland seit Jahren spürbar. Die Bundesregierung reagiert darauf mit ihrer Demografiestrategie und arbeitet eng mit Ländern, Kommunen und Zivilgesellschaft zusammen, um gemeinsame Lösungen zu entwickeln.

Die Familienpolitik spielt auch hier eine herausragende Rolle. Ziel der Bundesregierung ist es, günstige Rahmenbedingungen für Eltern zu schaffen. Und hier tut die Bundesregierung einiges: Die eine Seite ist die finanzielle Unterstützung. Hier gibt es zahlreiche Förderungen, zum Beispiel Kindergeld, Elterngeld oder auch die kostenlose Mitversicherung der Kinder (und auch der nichtberufstätigen Ehepartner) in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Die andere Seite ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie zu erleichtern, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Familienpolitik. Deshalb wird seit Jahren der Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten vorangetrieben. Seit August 2013 hat jedes Kind ab dem Alter von einem Jahr Anspruch auf einen Betreuungsplatz. Seit Anfang Juli diesen Jahres gibt es das ElterngeldPlus. Es macht es Müttern und Vätern leichter, Elternzeit und Teilzeitarbeit miteinander zu kombinieren.

All diese Maßnahmen können nur dazu beitragen, möglichst günstige Bedingungen für Familien zu schaffen. Denn die Frage, ob ein Paar Kinder bekommen möchte oder nicht, ist in Deutschland zum Glück Privatsache. Jedes Paar entscheidet für sich selbst, ob und – wenn ja – wie viele Kinder es bekommen möchte. Hier will und wird sich die Politik nie einmischen.

Weitere Informationen: zur Demografiestrategie www.jedes-alter-zählt.de

zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf www.erfolgsfaktor-familie.de

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

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  1. Autor Ralf Schumann
    am 27. Juni 2015
    1.

    Wie soll denn eine noch größere Förderung aussehen?

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