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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Marina Brockmann am 24. April 2013
6493 Leser · 0 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Versuchstiertag

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

ich würde Ihnen gerne eine Frage zu dem heutigen Versuchstiertag stellen.

In der letzten Woche habe ich bei Vox einen Bericht über
Versuche an importierten Affen gesehen, der mich sehr
betroffen gemacht hat. Ich war der Meinung, dass Tierversuche
verboten sind, aber hinter verschlossenen Türen geschieht
soviel Leid. Ich finde wir sind verantwortlich für unsere Mitge- schöpfe und dürfen keine Wehrlosen ausbeuten. Es macht mich sehr traurig, dass wir Menschen so sind und ich will mich nicht damit abfinden, dass ein Einzelner nichts dagegen tun kann. Bitte geben Sie mir eine Empfehlung was ich tun kann um dazu beizutragen, dass diese Firmen sich in der Öffentlichkeit rechtfertigen müssen. Ich glaube daran, dass diese Welt jeden Tag auch ein bisschen besser werden kann
wenn wir die Probleme nicht verdrängen.

Frau Merkel ich bewundere Sie für die Arbeit die Sie leisten und wünsche Ihnen viel Kraft und Gesundheit dafür.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Marina Brockmann

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 30. Mai 2013
Angela Merkel

Sehr geehrter Frau Brockmann,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten. Ihr Kompliment für ihre Arbeit geben wir gerne an sie weiter.

Tierversuche für die Entwicklung von Kosmetika sind in Deutschland in der Tat bereits seit 1998 verboten. Mittlerweile dürfen in der gesamten EU keine Tierversuche mehr für kosmetische Produkte stattfinden und solche Produkte auch nicht mehr verkauft werden.

Jedoch ist es nach heutigem Stand der Wissenschaft noch nicht möglich, etwa bei der Erforschung von Medikamenten vollständig auf Tierversuche zu verzichten - trotz des verstärkten Einsatzes von Alternativmethoden. Bei Krankheiten brauchen wir wirksame Medikamente und erwarten sichere Heilungsmethoden. Das setzt voraus, dass medizinische Stoffe und Produkte ausreichend geprüft sind, bevor sie auf den Markt kommen.

Es ist der Bundesregierung sehr wichtig, Tierversuche auf das unerlässlich notwendige Maß zu beschränken. Deutschland verfolgt dieses Ziel auch auf europäischer Ebene mit Nachdruck.

Das Bundeslandwirtschaftministerium prüft zusammen mit einem Experten- gremium, in welchen Bereichen auf Tierversuche verzichtet beziehungsweise die Erforschung von Alternativen verstärkt werden sollte.

Auch mit der Tierschutzgesetznovelle hat die Bundesregierung den Schutz von Versuchstieren weiter verbessert. So sind Versuche mit Menschenaffen fast vollständig verboten.

Sollten Ihnen Fälle von Tierquälerei oder illegalen Tierversuchen auffallen, informieren Sie bitte das örtliche Veterinäramt und die Polizei.

Weitere Informationen:

http://www.bmelv.de/SharedDocs/Dossier/Landwirtschaft/Tie...

http://www.bmelv.de/SharedDocs/Standardartikel/Landwirtsc...

http://www.bmelv.de/SharedDocs/Reden/2012/07-24-AI-10-Jah...

Mit freundlichen Grüßen Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung