Liebe Besucherinnen und Besucher,

seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

Wir danken Ihnen für Ihre rege Teilnahme auf www.direktzurkanzlerin.de.

Ihr Moderationsteam

Abstimmungszeit beendet
Autor Niklas Hörmann am 24. November 2007
8996 Leser · 3 Kommentare

Außenpolitik

VR China - Republik China (Taiwan)

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
ich habe eine Frage, die mir sehr wichtig ist und mit der ich mich seit geraumer Zeit beschäftige.

Wie kann es sein, dass die Bundesrepublik diplomatischen Kontakt mit einem Land unterhält, das die Menschenrechte de facto nicht kennt, das die landesinnere katholische Kirche maßgeblich beeinflusst und vom Heiligen Stuhl isoliert und das andere Länder versucht zu beeinflussen indem es mit wirtschaftlichen Konsequenzen droht?

Ich rede von der VR China.

Es ist bekannt, dass China mindestens 1000 Menschen im Jahr hinrichtet, Schätzungen gehen sogar von 8000 Menschen aus. Außerdem werden oftmals Menschen öffentlich hingerichtet, was eindeutig unter der Würde des Menschen ist.
Nach unserem Grundgesetz ist die Würde des Menschen unantastbar, aber Würde ist in China anscheinend nicht bekannt.

1,2 Mio. wurden gezwungen sich umsiedeln zu lassen um einem riesigen Staudamm zu weichen, ganze Städte und Dörfer wurden geflutet. Und viele Menschen verloren ihre Existenzgrundlage.
Es ist bekannt, dass keine Pressefreiheit gibt,
wenn ich als Journalist in China wäre, hätte ich Angst was Falsches zu sagen, denn wer das tut muss Angst haben im Gefängnis zu landen. Im keinem anderem Land sind so viele Journalisten inhaftiert.

Den Kontakt zwischen kath. Christen in China und dem Heiligen Stuhl hat China inzwischen getrennt:
Die Kirche wurde verstaatlicht, Bischöfe werden ohne Zustimmung des Vatikans geweiht und Menschen die ihren Glauben ihm Untergrund praktizieren müssen auch mit Gefängnis und "Umerziehung" rechnen.
Was fehlt folglich noch: Religionsfreiheit!
Kein Wunder, dass der Heilige Stuhl keinen diplomatischen Kontakt zu der VR China hält, sondern zu der Republik China, besser bekannt als Taiwan.

China behauptet, dass Taiwan ein Teil der VR sei, aber historisch gehörte es nie zur VR, sondern war und ist letzter Teil der Republik Chinas, einem Gründungsmitglied der Vereinten Nationen. Es ist ein Land, das eine Demokratie aufgebaut hat, die Menschenrechte achtet, eine ordentliche Infrastruktur besitzt, es ist ein Land das versucht seine Demokratie zu behalten und nicht dem diktatorischen Kommunismus Chinas untergeordnet zu werden.
Länder die Diplomatie mit Taiwan aufnehmen, verlieren den diplomatischen Kontakt zur VR Chinas und müssen mit wirtschaftlichen Konsequenzen rechnen.

Auch sie Frau Bundeskanzlerin wurden von China kritisiert, weil sie den Dalai Lama empfingen. Man kann eigentlich von bedroht reden, weil China sofort Treffen mit der Bundesrepublik absagte.

Das sind lange nicht alle Punkte, aber irgendwo muss ich ja aufhören.
Um meine Frage nochmal auf den Punkt zu bringen:
Warum hält die Bundesrepublik Deutschland diplomatischen Kontakt mit einem Staat wie China, obwohl Taiwan den diplomatischen Kontakt um vieles mehr verdient hat?

Zum Schluss möchte ich nochmal meine Bewunderung über ihre Politik aussprechen, insbesondere, dass sie den Dalai Lama trotz Warnung Chinas empfingen. Meine Hochachtung für diesen mutigen und eindeutig richtigen Schritt.

Einen schönen Gruß

Niklas Hörmann

Kommentare (3)Schließen

  1. Autor Alexander Heuer
    am 24. November 2007
    1.

    was meinst du mit Heiligen Stuhl in verbindung mit China? das China die christen unterdrückt oder das china sich keiner religion unterordnen will?

    in hinblickt auf die hinrichtungen sieht es china warscheinlich als grund um die bevölkerung von 1,3mrd zu senken, welches der "Partei" sehr bedrückt, china ist eben kommunistisch, ich weis nicht ob man da unbedingt sie dafür verurteilen kann nur weil sie anders denken wie wir, trotz hinrichtungen oder nicht

  2. Autor Niklas Hörmann
    Kommentar zu Kommentar 1 am 24. November 2007
    2.

    Ich meine, dass China die Chinesische Katholisch-Patriotische Vereinigung gegründet hat, die dem Staat untergeordnet ist. Die Katholiken dürfen nur in dieser Vereinigung ihren Glauben praktizieren, obwohl diese Vereinigung andere Ansichten als die kath. Kirche teilt:
    z.B.: darf nur selten für den Papst gebeten werden, es werden Bischöfe ohne Zustimmung des Vatikans geweiht etc.
    Oder meintest du was anderes?
    Ich weiß nicht was du mit den Hinrichtungen meinst, ich versteh das so, dass sie damit die 1,3mrd Einwohner senken wollen, aber da versteh ich dich ja wahrscheinlich falsch.

  3. Autor Niklas Hörmann
    am 27. November 2007
    3.

    Hier noch ein neuer Zusatz, der relativ neu ist:
    Dieser Anspruch übt großen Druck auf die Menschenrechte und die Demokratie der Taiwaner aus, die täglich unter der Bedrohung von tausend Raketen auf chinesischer Seite leben müssen.

    Taiwan, das die Freiheit und die Grundrechte seiner Bürger
    respektiert, ist wohl die schwungvollste Demokratie in Asien. Meinungsumfragen in Taiwan belegen, dass die Taiwaner eine Vereinigung mit China beharrlich ablehnen. Und wie kann man es auch nicht verstehen? Die Politik Chinas bedeutet das genaue Gegenteil zur demokratischen Gesellschaft, die sich die Taiwaner aufgebaut haben. China zerstört die Kultur Tibets, verfolgt unbarmherzig politische Dissidenten, und verhindert Demokratie und Meinungsfreiheit in Hongkong. Da ist es nur natürlich, dass die Taiwaner ihre Demokratie vor dem Einfluss China schützen wollen.

    Ich fand den recht gut und er passt zum Text oben.
    Hier der Link: http://www.presseanzeiger.de/meldungen/politik/242399.php

  4. Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein.