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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Christian Adrion am 22. April 2013
5859 Leser · 8 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Wann endlich findet in der Türkei der Prozess statt

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
vor 6 Jahren wurden folgende deutsch - türkische Christen:
Tilman Gerske,
Necati Aydinim
und Ugar Yüksel in der Türkei von Türken bestialich gefoltert
und anschließend lebendig zerstückelt (laut Presse) weil sie Christen waren.
6 Jahre nach dieser ungeheuerlichen Bluttat gibt es in der Türkei immer noch keinen Prozess.
Ich frage hier im Namen vieler Glaubensbrüder an, was unsere Regierung unternommen hat um diesen Prozess gegen diese Faschisten baldigst stattfinden zu lassen.
Wie kann dies bei einem EU-Kadidat überhaupt der Fall sein, dass dies so lange dauert.
Auf eine baldige Antwort hoffend, weil wir diese Tat nicht
vergessen können und werden.

Mit freundlichem Gruß
Christian Adrion

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 10. Mai 2013
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Adrion,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Die Verbrechen in Malatya sorgten auch in der Türkei für großes Aufsehen. Sowohl der Gouverneur der Provinz Malatya Daöz als auch Ministerpräsident Erdogan haben sich für eine rasche und umfassende Aufklärung des Falles eingesetzt.

Der Prozess selbst wurde am 23. November 2007 in Malatya gegen sieben Angeklagte eröffnet. Die Anklage lautet auf Mord und auf Bildung einer bewaffneten Vereinigung. Die deutsche Botschaft beobachtet das Verfahren seit Prozessbeginn.

Die letzte Verhandlungswoche des Prozesses fand vom 1. bis 5. April 2013 statt. Der nächste Verhandlungsabschnitt wird am 13. Mai 2013 beginnen und voraussichtlich zwei Wochen dauern. Die bisherige Verfahrensdauer entspricht den üblichen Standards in der Türkei und darf nicht als überlang gewertet werden.

Die Bundesregierung setzt sich für die weltweite Achtung der Menschenrechte ein. Mehr Informationen dazu finden Sie im 10. Menschenrechtsbericht: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Menschenr...

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (8)Schließen

  1. Autor Helmut Krüger
    am 22. April 2013
    1.

    Geehrter Herr Adrion,

    die zeitliche Parallelität Ihrer Eingabe zum gegenwärtigen NSU-Prozess hat nach miener Empfindung ein "Geschmäckle", um es einmal in einem Sinnbild auszudrücken. Würden just zu diesem Zeitpunkt die Namen der Täter bekannt, so wäre dies zweifellos etwas anderes. Dem ist aber ganz offenbar nicht so.

    Der Prozess gegen die NSU-Täter wird um unserer selbst willen geführt, hoffentlich nicht um eines oder um unseres öffentlichen Renomees wegen. Das offensichtliche Versagen der türkischen Behörden in der bezeichneten Angelegenheit ist gleichfalls ein beredetes Zeichen.

    Genausowenig wie die Türkei das Recht hätte, irgendein Strafmaß zu verlangen, dass ihrer, nicht aber unserer Rechtsordnung entspräche, genausowenig hätten wir (als Deutsche) das Recht, dort, in der Türkei auf Entsprechendes zu dringen.

    Wenn das offensichtliche Versagen der türkischen Behörden Sie persönlich bewegt, was ich gut verstehen kann, so gewinnt diese Ihre innere Bewegung an Gewicht, soweit sie sie NICHT mit dem NSU-Prozess in Beziehung setzen oder gar mit ihm aufzuwiegen versuchen.

    Recht möge wie Wasser und Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach sein.

    Ich grüße Sie herzlich
    Helmut Krüger

  2. Autor Erhard Jakob
    am 25. April 2013
    2.

    Christian,

    Sie berufen sich hier auf die Medien
    und somit nicht auf Tatsachen.

    In fast allen Redaktionsstuben
    hängt der Spruch:

    *Bei einer Meldung kommt es nicht auf
    die Wahrheit an sondern
    auf Einzelheiten.*

    Inwieweit damals vor 6 Jahren Verbrechen begangen
    und diese nicht aufgeklärt wurden, wissen
    weder Sie noch ich!

    Was mich angeht, ich glaube
    nur Gott und dem Beweis!

    Gut und richtig finde ich aber, dass
    Sie nach Aufklärung schrein.

    Solche schwerwiegenden Anschuldigungen müssen
    aufgeklärt werde. Wenn sie wahr sind, müssen die
    Täter bestraft werden. Und, wenn sie unwahr
    sind müssen die Lügner bestraft werden.

  3. Autor Christian Adrion
    Kommentar zu Kommentar 1 am 25. April 2013
    3.

    Sehr geehrter Herr Krüger,
    was ich mit dieser Anfrage bezwecken wollte ist etwas ganz anderes.
    Ein Land wie die Türkei spielt sich hier auf, als wenn Deutschland ihr Protektoriat ist. (wir sind aber ein souveräner Staat)
    Ich habe nicht den Völkermord an den Armeniern vergessen (mind. 1,5 Millionen Opfer). Von den griechischen Opfern wollen wir erst gar nicht reden.
    Die Türkei hat es in 100 Jahren nicht geschafft sich für diese Greultat zu entschuldigen. Darum glaube ich, dass wir auf einen Prozess gegen die Mörder dieser Christen vergebens hoffen werden.
    Wer im Glashaus sitzt soll nicht mit Steinen werfen.
    Das ist es was ich meine!
    Mit freundlichem Gruß
    Christian Adrion

  4. Autor Helmut Krüger
    am 26. April 2013
    4.

    Sehr geehrter Herr Adrion,

    wie wollen Sie vorgehen: Die Türkei ZWINGEN, dass Sie den Prozess eröffnet? Sie ZWINGEN, den tatsächlich stattgefundenen Völkermord an den Armeniern zuzugeben?

    Die Franzosen ZWINGEN, sich für das Vorgehen Napoleons zu entschuldigen?

    Die US-Amerikaner, die Spanier, die Portugiesen ZWINGEN, sich für das Einverleiben von Land und die Zerstörung vorhandener Kulturen zu entschuldigen?

    Wir sind nicht für das Verhalten der türkischen Regierung und der Mehrheitsströmung in der Türkei verantwortlich, die Türkei und die scheinbare Mehrheit der Türken ist dafür verantwortlich.

    Jeder schaue auf sich und dann einer mit gutem Beispiel vorangehen. Ich denke, wir als deutsche Gesellschaft, sowohl die Zivilgesellschaft als auch die Regierungen, sind da in Bezug auf unsere Gräueltaten schon ein gutes Stück vorangekommen.

    Das kann dann nur - eingeladen dazu - Schule machen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Helmut Krüger

  5. Autor Erhard Jakob
    am 29. April 2013
    5.

    Auch ich bin der Meinung, dass die Fehler, welcher Staats-
    lenker vor 100 oder 200 Jahren gemacht haben,
    hier keine Rolle spielen sollten.

    Es geht um Recht und Gesetz in der heutigen Zeit!
    Und, dass Kriminelle von heute eine gerechte
    bzw. angemessene Strafe erhalten.

    Die ganze Welt schaut jetzt auf unsere Gerichtsbarkeit
    und wir sollten hier nicht noch mehr Fehler machen.

    In diesem Verfahren bzw. in dieser Sache
    wurden bereits genug Fehler gemacht.

  6. Autor Christian Adrion
    Kommentar zu Kommentar 4 am 02. Mai 2013
    6.

    Sehr geehrter Herr Krüger,
    wir Deutschen können das doch wohl auch seit Jahrzehnten, oder wollen sie behaupten, dass wir besser sind?
    Ich bitte Sie!

  7. Autor Helmut Krüger
    am 03. Mai 2013
    7.

    Diese Frage nach "Besser" und "Schlechter" aufzudröseln, das ist Ihre Sprachregelung. Ich rede lieber von (nationaler) Souveränität, vom eigenen Weg und von jeweils eigener Geschwindigkeit, bei der kein Äußerer das Recht hätte, das schneller zu machen.

  8. Autor Erhard Jakob
    am 04. Mai 2013
    8.

    Lieber Christian,

    dir ist seit vielen Jahren bekannt -zumindest dann, wenn du dich
    allgemein informiert hast- dass die Christen in Deutschland
    die ganze Welt mit gefälschten Gerichtsprotokollen
    getäuscht haben.

    Was hast du persönlich dafür getan, damit die schwerwiegende Anschuldigung aufgeklärt und somit der verursachte
    Vertrauensschaden begrenzt wird?

    Siehe: Facebook.

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