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Beantwortet
Autor Fiete Hahn am 25. Juli 2011
6498 Leser · 0 Kommentare

Soziales

Warum müssen soviele Menschen in Afrika sterben?

Sehr geehrte Frau Merkel,

für die Griechen sind Millarden als Rettung möglich, in die Rüstung versickern Millarden, für unsinnige und teure Projekte sind Gelder da während in Afrika täglich Menschen sterben, lt. Nachrichten in der nächsten Zeit wahrscheinlich 1/2 Millionen Kinder, weil sie nichts zu essen und zu trinken haben und die medizinische Versorgung dort katrastophal ist.

Während hier und anderswo die Menschen immer dicker werden, Lebensmittel gezielt vernichtet werden, sterben in Afrika Menschen vor Hunger. Menschen wie Sie und ich. Wie ist so etwas möglich?

Unsere Gesellschaft wird immer werteloser, kalt und egoistischer. Wir sind alles Kinder dieser Erde und ich finde es erschreckend, das der Mensch weniger wert ist als das Geld - ein Stück Papier -.

Warum gibt es solche menschenunwürdige Zustände auf dieser Welt?

Über eine Antwort, würde ich mich sehr freuen.

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 26. August 2011
Angela Merkel

Sehr geehrte Herr Hahn,

vielen Dank für Ihre E-Mail, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Ziel der Afrika-Politik der Bundesregierung ist es, Armut und Hunger zu bekämpfen und somit die Sterberate zu senken. Deutschland ist seit vielen Jahren auf dem Nachbarkontinent engagiert, insbesondere in der aktuellen Krisenregion am Horn von Afrika. Dabei stehen die Ernährungssicherung und die Stärkung der Landwirtschaft besonders im Vordergrund. In Kenia und Somalia geht es aufgrund der akuten Notlage um eine entwicklungsorientierte Not- und Übergangshilfe.

In den letzten Wochen hat die Bundesregierung ihre Not- und Übergangshilfe für die Dürre-Region auf bis zu 151,5 Millionen Euro aufgestockt. Hinzu kommt ein Anteil von 20 Prozent (32 Millionen Euro) der Zusagen, die die EU-Kommission gemacht hat sowie die deutsche Unterstützung von Programmen der Weltbank. Mit all diesen Mitteln soll zunächst möglichst schnell und effizient Nahrungsmittelhilfe geleistet werden. Die Bundesregierung hat das Technische Hilfswerk beauftragt, die Vereinten Nationen zu unterstützen, Flüchtlingslager aufzubauen und zu unterhalten.

Die Bundesregierung unterstützt seit vielen Jahren die Anstrengungen der äthiopischen Regierung, Ernährungsunsicherheit und strukturelle Armut zu vermindern. Insgesamt wurden für die kommenden drei Jahre 102 Millionen Euro zugesagt.

In Kenia finanziert die Bundesregierung Maßnahmen der entwicklungsorientierten Not- und Übergangshilfe. Hier geht es hauptsächlich um die Flüchtlingshilfe. Mit Kenia wurde vereinbart, den Privatsektor in der Landwirtschaft zu fördern und die Ernährungsunsicherheit im Lande zu bekämpfen. Im Zeitraum 2010 bis 2012 wurden für die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit insgesamt 140,5 Millionen Euro zugesagt. Die landwirtschaftliche Produktion soll verbessert, Wasserspeicher und Bewässerungssysteme eingeführt werden. Durch Verbesserungen im Kartoffelanbau ist es gelungen die Ernährungssicherheit maßgeblich zu verbessern.

Entwicklungsorientierte Not- und Übergangshilfe aus Deutschland erhält auch Somalia. Schwerpunkte der Hilfsprogramme sind die Trinkwasserversorgung, Nahrungsmittelhilfe, Ernährungssicherung, ländliche Entwicklung und Stabilisierung der Lebensgrundlagen.

Die Bundesregierung ist aber nicht nur in Afrika tätig. Sie unterstützt die Millenniumsentwicklungsziele der internationalen Gemeinschaft, die Armut auf der Welt bis 2015 zu halbieren. Dies ist eine gewaltige Aufgabe, bei der aber auch die betroffenen Länder mitwirken müssen. Nur so lassen sich Ungerechtigkeit und Armut wirksam bekämpfen.

Weitere Informationen zur deutschen Hilfe in Afrika finden Sie hier: http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Magazine/03Magaz...

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2011/08/...

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung