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Beantwortet
Autor Kerstin Reinemer am 07. Juni 2010
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Wirtschaft

Warum soll nur das Volk sparen?

Ich verstehe nicht, dass das Volk nun wieder einmal mehr Steuern aufgebrummt bekommt und für alles zahlen soll. Sei es in oder natürlich grade außerhalb des Landes. Ich verstehe zum Beispiel den Einsatz unserer Truppen in Afghanistan nicht. Warum mischen wir uns eigentlich in alle Geschehnisse der Welt ein? Haben wir in Deutschland nicht genug zu tun? Die 2. Frage, die sich mir stellt ist, warum ein Herr Köhler, nachdem er zurücktritt noch immer den Anspruch auf seine vollen Zahlungen hat? Warum? Warum bekommen die Politiker nach ihrer Amtszeit noch so viel "Rente" und das Volk bekommt nur noch einen minimalen Teil obwohl sie ebenso ihr Geld ein Leben lang hart verdient haben! Ein Herr Kohl oder Herr Schröder, die sich ja nicht grade ohne schwarze Gelder aus ihrem Amt entfernt haben, bekommen trotz des hohen Provites an diesen Geldern noch immer ihre Pensionen erhalten ohne in die Rentenkasse eingezahlt zu haben und ohne das Rentenalter erreicht zu haben? Denken Sie nicht, dass diese Ausgaben auch mal reduziert werden müssten? Deutschland geht den Bach runter so viel ist sicher aber man kann auch an anderen Enden sparen. Bekommen wir bald auch ne Atemsteuer? Alleine die Erbschaftssteuer finde ich wirklich die Höhe. Man verliert einen geliebten Menschen und muss nicht nur viel Geld für eine Beerdigung bezahlen, sondern auch für die einzigen Hinterlassenschaften die man von diesem Menschen noch hat. Das alles ist für mich so unrealistisch. Dann haben wir noch das Thema Benzin. Die normalen Bürger versuchen alles um Jobs zu bekommen und viele nehmen dafür lange Fahrten in Kauf. Aber muss man dann auch in Kauf nehmen, dass man sein ganzes Gehalt verfährt? Man könnte hier mal überlegen, wenn die Preise so hoch sind, das Volk mal zu entlasten, in dem man für diese Zeit die Steuern für das Benzin runter setzt und sich nicht noch hin stellt und sagt, dass der Liter ruhig 5€ kosten könnte. Klar wenn man es umsonst bekommt kriegt man so etwas natürlich leicht über die Lippen. Es wird gesagt, man solle auf sparendere Autos umsteigen. Warum gibt es für die Politiker dann die dicksten Autos und man kann sich sogar das Auto in den Urlaub nachbringen lassen, was natürlich sparsam und ökologisch sinnvoll ist und als gutes Beispiel voran geht. Das Volk ist unzufrieden und die untere Klasse verarmt. Vielleicht sollte man einfach auch mal andere Ansätze überdenken. Es wundert mich nicht, warum sich sämtliche Firmen und Besserverdienende ins Ausland verlagern. Diese Steuerzahlen könnte man vielleicht hier behalten, wenn die Steuern nicht so explodieren würden. Ich denke es wäre nun langsam an der Zeit die Kostenverteilungen des gesamten Landes einmal zu überdenken und anzupassen. Vielen Dank.

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 19. Juli 2010
Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Reinemer,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir im Auftrag von Bundeskanzlerin Angela Merkel beantworten.

Die Steuern sind in der Tat in der öffentlichen Debatte ein immer wiederkehrendes Thema. Gleichwohl ist unbestritten: Der Staat braucht diese Einnahmen, um funktionstüchtig zu bleiben und um seine Verpflichtungen zu erfüllen. Bedenken Sie bitte auch: Ein erheblicher Teil fließt direkt an die Bürgerinnen und Bürger zurück. Dies gilt zum Beispiel für das Kindergeld oder das Wohngeld oder das Bafög. Andere Gelder sind zur Unterstützung der Rentenkasse oder der Gesundheitsversorgung unverzichtbar.

Grundsätzlich macht sich die Bundesregierung große Mühe, die Bürgerinnen und Bürger zu entlasten. Trotz Krise sollen die Menschen mehr Netto vom Brutto haben.

Deshalb wurde zum Beispiel das Kindergeld erhöht und die Beiträge zur Krankenversicherung steuerlich besser absetzbar gemacht.

Wenn Sie die Steuerlast in unserem Land mit anderen Industrieländern vergleichen, so können Sie feststellen, dass es Industrieländer gibt, in denen die Belastungen beträchtlich über der Quote in Deutschland liegt.

Gleichzeitig muss die Bundesregierung sparen. Denn sie will die öffentlichen Haushalte nachhaltig konsolidieren. Dabei geht es um nachhaltiges, kluges und gerechtes Sparen. Das bedeutet, die Bundesregierung schaut im Detail, wo Einsparungen möglich sind, ohne das Wachstum der Wirtschaft und die gerechte Verteilung der Lasten in der Gesellschaft zu gefährden.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung