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Abstimmungszeit beendet
Autor Helmut Fürst am 24. Februar 2008
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Familienpolitik

Warum werden die Unschuldigsten und Schwächsten im Stich gelassen?

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

während die überwältigende Mehrheit die Steuerhinterziehung durch Manager und Reiche mit drastischen Strafen belegen möchte, mißt man mit anderem Maß, wenn es an den eigenen Geldbeutel oder die eigene Haut geht.
Trifft dies nicht auch auf die Abgeordneten und die Regierung zu, wenn trotz der verfassungsgerichtlich auferlegten Pflicht zur Nachbesserung in der sog. Beratungsscheinregelung seit Jahren nichts, aber auch gar nichts, geschieht, um der Moral und dem Lebensschutz als dem elementarsten Recht jedes Menschen Rechnung zu tragen?

Die Zahl der Abtreibungen ist nicht gesunken, sondern in Relation zur Zahl der Frauen im geburtsfähigen Alter sogar gestiegen. Das Verfassungsgericht hat eindeutig aufgetragen, dass der Gesetzgeber nachbessern muß, wenn dies nach Jahren der Erprobung der Fall sein sollte. Nun sind 15 Jahre vergangen und die Ergebnisse haben die sog. "Scheinlösung" als unwirksam bestätigt. Sind eine Kanzlerin und ihre Partei noch glaubwürdig, wenn sie sich christlich nennen, aber das Grundrecht auf Leben wort- und tatenlos preisgeben. Wann und wo haben Sie und ihre Parteifreunde öffentlich gegen das Massentöten protestiert und Abhilfe von allen Politikern gefordert? Wann haben Sie etwas unternommen, um das öffentliche Bewußtsein gegen dieses Unrecht zu beeinflussen? Wenn die Tötung unschuldiger Kinder toleriert wird, was macht es da im Bewußtsein von Managern noch aus, wenn Steuern hinterzogen, Lustreisen finanziert und andere "Bagatelldelikte" begangen werden? Die Tötung eines Kindes im Mutterleib ist laut Verfassungsgericht eindeutig ein Unrecht! Es ist immer eine Bluttat mit mehreren Opfern! Ist eine Kanzlerin, die dazu in der Öffentlichkeit schweigt, im Sinne von Max Weber Politikerin oder Staatsmännin? Der Politiker denkt an die nächste Wahl, der Staatsmann an das Wohl der Bevölkerung für die nächsten 50 Jahre! Martin Luther King soll gesagt haben, dass das, was moralisch vorbildlich ist, politisch klug und erfolgreich ist, wenn es der Bevölkerung richtig zu Bewußtsein gebracht wird.
Mit freundlichen Grüßen
Helmut Fürst
Studienrat