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Abstimmungszeit beendet
Autor Barbara Pöpperl am 21. April 2009
6652 Leser · 1 Kommentar

Arbeitsmarkt

Wie ändert man die Probleme mit dem Jobcenter?

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

es wieder mal notwendig, die Arbeit von Mitarbeitern in so manchen Jobcentern zu beanstanden.Sicher bin ich nur eine von vielen Leuten, die sich über die unwürdige und zuweilen ungerechte Behandlung durch Vermittler beschweren. Ich selbst musste vor einigen Jahren die herablassende Behandlung kennen lernen. Nun betrifft es meine Tochter.
Die Schwierigkeiten, die sie auf der Suche nach einer Lehrstelle in einem technischen und somit typischen Männerberuf ( Metallbauer) hatte, meisterte sie mit viel Engagement. Jetzt hat sie zwar ihre Ausbildung mit Erfolg abgeschlossen, bekommt aber leider keine Unterstützung von der Agentur für Arbeit. Da ihr Lehrlingsentgelt sehr gering war, bekommt sie nur einen geringen Teil Arbeitslosengeld I. Für die Finanzierung ihres Haushalts kommt der größere Betrag vom Jobcenter, wodurch sie auch gezwungen ist, Vermittlungshilfe von dieser Seite in Anspruch zu nehmen. Dadurch entstehen ihr große Nachteile. Z. B. hat sie keinen gesetzlichen Anspruch auf Vermittlungs- bzw. Bildungsgutschein. Da sie unter 25 Jahre alt ist, muss sie ja so schnell wie möglich beschäftigt werden- also schiebt man sie ganz einfach in einen 1€- Job ab.Vielleicht, weil sie den Wunsch geäußert hat, später im Ausland zu arbeiten ? Oder, weil sie eine Frau ist.
Nun frage ich mich, weshalb ihr alle Möglichkeiten genommen werden, ihren gelernten Beruf auszuüben, um Berufserfahrungen zu sammeln und dadurch die Chance auf ein Technikerstudium schwindet? Auch ihre Bitte, den zur Ausübung des Berufes notwendigen Schweißerpass mit Unterstützung durch das Jobcenter in der Arbeitslosenzeit zu erwerben, wurde abgewiesen.Dabei haben mehrere männliche Mitschüler aus ihrer Ausbildungsklasse solch einen von der Agentur finanzierten Lehrgang begonnen. Ihre eigenen Bemühungen um einen Arbeitsplatz laufen ins Leere, weil entweder der Gutschein fehlt oder der Schweißerpass.
Ich habe den Eindruck, dass man im Jobcenter in allen Hilfebedürftigen arbeitsunwillige Menschen sieht und sie dementsprechend unwürdig behandelt. Von der Agentur für Arbeit kann sie auch keine Hilfe erwarten, weil diese ja nicht "zuständig" ist.
Das ist nur ein Fall aus dem Norden, aber auch auf gleiche Weise spielen sich solche Dinge in der Mitte oder im Süden Deutschlands ab. Bei privaten Arbeitsvermittlungen wird das anders gehandhabt, wird man noch als Mensch behandelt. ABER DAFÜR BENÖTIGT MAN EINEN VERMITTLUNGSGUTSCHEIN!

mit freundlichen Grüßen

Barbara Pöpperl

Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Laslo Schmidt
    am 08. Juli 2014
    1.

    Grundsätzlich wäre der Gesetzgeber endlich angehalten, rechtliche Grundlagen zu schaffen, um behördliche und justizielle Willkür rechtlich verfolgen zu können und dementsprechend zu bestrafen. Das geht natürlich nur Hand in Hand mit Gewaltenteilung. und Menschenrechtserziehung.
    So lange dies nicht der Fall ist, dürfen die sich alles erlauben, bis hin zur Existenzvernichtung von Leistungsberechtigten, auch physischer Natur, psychischer sowieso.

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