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Beantwortet
Autor Andreas Franke am 10. September 2012
5860 Leser · 1 Kommentar

Wirtschaft

Windenergie Windgas

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
ich würde Ihnen gerne eine Frage stellen.

Warum macht man die unerschöpfliche Windenergie nicht zu einem Konzept für die Energiegewinnung der Zukunft?

Informationen über Windenergie und Windgas etc. findet man hier gut beschrieben http://www.greenpeace-energy.de/windgas.html. Diese gute Idee darf nicht nur eine vernünftige Strategie der Grünen bleiben.

Oder spielen hier die Interessen der übrigen Wirtschaft wieder ein übergewichtige Rolle, weil Windenergie Öl- und Gas-Energie mit allem, was damit zusammenhängt, zurückdrängen würde. Ich habe den Eindruck, dass der gesunde Menschenverstand da aufhört, wo der Kampf um das Geld losgeht.

Mit freundlichem Gruß
Andreas Franke

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 16. Oktober 2012
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Franke,

vielen Dank für Ihre Mail, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Die Windenergie ist bereits ein wichtiger Baustein im Energiekonzept der Bundesregierung. So haben im vergangenen Jahr Unternehmen in Deutschland allein an Land 895 neue Windenergieanlagen gebaut. Sie produzieren rund 2.000 Megawatt. Das entspricht der Leistung von zwei Kernkraftwerken. Die Branche ist damit im Vergleich zum Jahr 2010 um 30 Prozent gewachsen. Und erstmals befinden sich viele neue Anlagen in Rheinland-Pfalz und in Bayern. Die Südwanderung der Windkraft ist mit steigender Attraktivität der erneuerbaren Energien zu erklären, die bereits jetzt 20 Prozent am Strom-Mix ausmacht.

Außerdem wurden die ersten beiden Offshore-Windparks – also Windparks auf hoher See - in Betrieb genommen. Nicht zuletzt durch diesen Kapazitäts- zuwachs konnten Windkraft-Anlagen schon im letzten Jahr 23 Prozent mehr Strom erzeugen als 2010.

Aber nicht nur neue Windräder werden installiert. Gleichzeitig wurden bundesweit auch 170 alte Windenergieanlagen durch 95 Neue mit einer fast doppelten Leistung ersetzt. Mittlerweile sind in Deutschland Windräder mit einer Leistung von knapp 30.000 Megawatt angeschlossen. Das bedeutet, dass damit rein rechnerisch zehn Prozent des deutschen Strombedarfs durch Windkraft gedeckt werden können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Enno Tammling
    am 03. Oktober 2012
    1.

    Sehr geehrter Herr Franke,

    Sie haben völlig recht mit Ihrer Fragestellung.
    Ich befürchte, das uns die Antwort uns längst gegeben wurde:

    Im EEG 2012 wurden die Offshore Windparks erheblich gefördert während gleichzeitig die bürgerliche und dezentrale Erzeugung massiv gesenkt wurde, eine reine Konzessionsentscheidung für die EVU´s.
    Das falsche Argument, das sich der Strompreis wegen der reg. Energien verteuert, wird nicht richtiger, je öfter man es vorträgt.
    Die Offshoreanlagen sollten zum Wohle der Verbraucher nicht gebaut werden. Stattdessen müssen die modernen Stromnetze dringend erstellt werden, damit wir überall produzieren und verbrauchen können.
    Die Kombination von Wind und Erdgas wird eine der tragenden Zukunftssäulen sein, wenn die Vernunft und nicht das Krebsgeschwür der Demokartie, der Lobbyismus siegt.
    Genauso wird Biogas als Biomethan oder mit Wärmekonzepten sowie die Photovoltaik weiter voranschreiten, nicht nur in Deutschland. Das wichtigste sind sachliche und faktenbasierende Diskussionen und keine Wahlreden mit Emotionen, wie von Herrn Niebel, nur 2 % der weltweiten Agrarflächen dienen der Biokraftstofferzeugung. Hier von einer Nahrungsmittelverteuerung durch die nachwachsenden Rohstoffe zu sprechen, dient nicht der Sache.

    Ich fürchte, Sie werden, wenn überhaupt, eine poltisch korrekte schwammige und wohlklingende Antwort erhalten, die keine EINDEUDTIGE LINIE erkennen lässt.

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