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Abstimmungszeit beendet
Autor Mark Hoffmann am 20. Dezember 2013
7378 Leser · 13 Kommentare

Bildung

Wir als Schüler haben kein Recht auf Meinung?

Sehr geehrte Frau. Bundeskanzlerin,

Ich bin der Mark H. bin 15 Jahre alt und bin ein wenig verwundert.

Der Grund ist das ich im Januar/Februar auf eine Klassenfahrt fahren soll. Diese habe ich bereits letztes Jahr gemacht. (Die wird immer zwei mal gemacht)
Aber ich habe um ehrlich zu sein keine Lust auf die Klassenfahrt und mein Skikurslehrer/Sportlehrer will mir erzählen das es aber pflicht sei mitzukommen. Ich und meine Eltern (Meine Eltern haben Verständnis dafür das ich nicht mit will) versuchen bereits alles um klar zu machen das ich nicht möchte.

Und eigentlich seie es doch meine Entscheidung ob ich mit gehe oder nicht?
Schließlich bin ich ein Junger Mensch der auch seine Rechte hat und ich möchte nicht zu etwas gezwungen werden, das verletze doch eigentlich meine Rechte?

Ich sage ja nicht das ich während der Klassenfahrt zu Hause hocken werde, sondern das ich in der Zeit zur Schule gehe wie Normal auch.
Aber wo ist da den da noch das Problem?
Ich habe meine Rechte und kein Mensch darf doch zu etwas gezwungen werden was er nicht will? - Oder habe ich mich in unserer Verfassung getäuscht?

Was genau ist aber den nun? - Muss ich zur Klassenfahrt oder werde ich meiner Rechte als freier Mensch beraubt und muss mit?

Ich bin ja kein Gegenstand der geschoben werden kann wie es einem passt. Ich nehme schließlich bereits eine Rolle als Vertrauensperson ein, als Schülersprecher weiß ich eigentlich gut bescheid.

Euer,

Mark H.

Kommentare (13)Schließen

  1. Autor Helmut Krüger
    am 20. Dezember 2013
    1.

    Mark,

    na ja, die Meinung wid Dir ja nicht abgesprochen, allerdings die Befugnis, selbstständig und nur für Dich zu entscheiden. Begründet wid das mit dem Erziehungsauftrag, der nicht vollständigen Mündigkeit und Geschäftsfähigkeit und so tut sich das Problem vor allem dort auf, wo ein junger Mensch schon sehr "weit" ist und ihm - weil wir eine Massengesellschaft und auch eine vereinheitlichte-bürokratische Gesellschaft sind, nach dieser Logik dies nicht zu gelten hat.

    Da könnte ja jeder kommen, wie sollten wir denn das feststellen?
    Mir selbst wäre es wesentlich lieber, es gäbe mehr Freiheiten. Ich glaube, das ist in Schweden und Finnland, also in Skandinavien so. Die haben eher dörfliche Gemeinschaften, die "müssen" unkonventionell agieren, während das hierzulande, wo über 300 Einwohner auf einen Quadratkilometer hockt - in Hamburg über 2.000 Einw., in Berlin über 4.000 Einw. pro qkm - immer wieder Befürchtungen weckt, wenn´s denn einen gegeben wird, steht der andere sofort auf der Matte.

    Dann will die Sana-Käthe auch, weil deren Papa sich eine schnittige Segelyacht gekauft hat und sie da mitfahren will, dann wird das auch für Aygül Ü vorgebracht, deren Eltern ggf. der Auffassung sind, dass ihre Tochter nicht mit den anderen Jungs so lange zusammenbleiben soll.

    In einer Gesellschaft, die durchsetzt von Rechtsanwälten und jeder für seinen Klienten das Maximale rausholen will und sich dann darauf beruft, wenn es einem zugestanden wird, muss das auch allen zugestanden werden, empfinde ich das auch schwierig. Da bleibt Individualität auf der Strecke, die auf jeden Einzelfall schaut, UNABHÄNGIG davon, was andere machen.

    Ich wünschte, es wäre anders und Menschen wären flexibler und in ihrer Klagewut auch zurückhaltender.

    Herzliche Grüße und ein frohes Fest
    Helmut Krüger

  2. Autor Bea Schmidt
    am 01. Januar 2014
    2.

    Lieber Mark,

    mehrtägige Klassenfahrten scheinen KEINE Pflicht zu sein - ich habe im Netz dazu gefunden, dass Richter bislang befunden haben, dass die Teilnahme an einer mehrtägigen Klassenfahrt keine Pflicht darstellt. Schüler können von sich aus sagen, dass die nicht mitfahren möchten - und müssen dies auch nicht. Das bedeutet zwar keine "Extra-Ferien; der Schüler besucht in dieser Zeit z.B. eine Parallelklasse - aber einen Mitfahr-Zwang scheint es nicht zu geben. Als Quelle kann ich Dir den "Spiegel" nennen, da habe ich diese Informationen unter "Schulwissen" gefunden.

    An eintägigen Klassenfahrten und Wandertagen ist die Teilnahme Pflicht, jedoch kann Dich niemand zwingen, aushäusig zu übernachten. Mach Dir also keine Sorgen und fahre einfach nicht mit, wenn Du nicht möchtest. Mit 15 ist man längst alt genug, dies selbst zu entscheiden, Du hast offenkundig auch die Befugnis dazu, wenn ich das richtig sehe.

    Alles Gute!

  3. Autor Bea Schmidt
    am 01. Januar 2014
    3.

    Etwas habe ich noch gefunden auf Schulrechtplus:

    HIer die Quellenangabe: Schulrechtplus Luchterhand DE

    "Schullandheimaufenthalte/Mehrtägige Studienfahrten fallen nicht unter die Schulpflicht. Der Lehrer schließt mit dem Reiseunternehmen einen privatrechtlichen Vertrag, und zwar nicht als Privatperson, sondern als Bediensteter des Landes, sodass der Vertrag zwischen dem Land und dem Reiseunternehmen zustande kommt. Die Eltern sind nur verpflichtet, wenn sie ausdrücklich zugestimmt haben, da es gegen den Willen des Betroffenen keinen Vertrag zulasten Dritter geben kann (vgl. Kennzahl 37.05). Die von den Eltern zu tragenden Kosten beziehen sich auf Fahrt, Unterkunft und Verpflegung, d. h. nicht auf den Unterricht, sodass kein Verstoß gegen Art. 14 LV vorliegt."

  4. Autor Mark Hoffmann
    am 02. Januar 2014
    4.

    Liebe Fr. Schmidt,

    Ich danke ihnen für diese wertvollen Informationen ich werde mir das mal alles sorgfältig durchlesen.

    Frohes neues und liebe Grüße,

    Mark H.

  5. Autor Erhard Jakob
    am 02. Januar 2014
    5.

    Wie im Großen (Bundestag) wird es auch
    im Kleinen (Schul-Klasse) immer Quer-
    treiben geben, die auf eine Extra-Wurst
    aus sind.
    .
    Was ist das für ein Klassen-Zusammenhalt,
    wenn manche solche Klassenfahrten
    nicht mitmachen?
    .
    Falles am Geld liegen sollte, dann sollte
    eine Lösung gefunden werden. Wenn
    es nicht am Geld liegt, dann liegt
    es am Egoismus.

  6. Autor Erhard Jakob
    am 03. Januar 2014
    6.

    Eine Schulklasse sollte viel mehr mit *WIR*
    und weniger mit *ICH* zu tun. Jedoch ist
    in dieser Gesellschaft längst das *WIR-
    Gefühl* längst abhanden gekom-
    men. Heute geht es doch nur
    noch um das *ICH!*
    .
    Viele sprechen doch gar nicht mehr selbst
    mit dem Nachbarn, Kolegen usw.,
    sondern nur noch über
    ihren Anwalt.

  7. Autor Mark Hoffmann
    am 03. Januar 2014
    7.

    Guten Tag Herr. Jakob,

    Im ganzen verstand ich ihren Kommentar nicht aber ich ging mal davon aus das sie auf Geld sowie Klassenzusammenhalt spielen wollten.

    Also an dem Geld der dieser Spaß kostet liegt es nicht, wir sind was Geld belangt sehr "wohlhabend".

    Unsere Klasse die sie anscheinend ansprechen wollten ist auch nicht von dieser Klassenfahrt beeindruckt.
    Die hälfte der Klasse "will" nicht mitfahren und machen dies auch nicht.
    Es ist eher gesagt ein winziger Teil der überhaupt mitfährt.
    Also ein großer Zusammenhalt ist gegeben!

    Sollten sie verwundert sein auf was genau ich anspreche bitte ich sie, ihre Antwort zu verfeinern, denn ich verstand "kaum" bis "gar nichts" an ihrem Kommentar.

    Dennoch vielen dank,

    Mark H.

  8. Autor Erhard Jakob
    am 04. Januar 2014
    8.

    Schwimmen lernen sollte eine Pflicht sein.
    Auch das Ski-Fahren lernen, sollte
    eine Pflicht sein, wenn es
    die Schule anbietet.
    .
    Es gibt genug Schulen, die aus finanziellen Gründen
    weder das Eine noch das Andere anbieten können.
    .
    Für Schüler sollte das Lernen Pflicht sein. Genauso,
    wie das Arbeiten für den erwachsenen Menschen
    eine Pflicht sein sollte.
    .
    Doch es gibt immer mehr Leute, die versuchen sich
    als Sozialschmarotzer von den arbeitenden
    Steuerzahlern aushalten zu lassen.
    .
    Das hält der beste Staat bzw. der fleißigste
    Steuerzahler sicher eine Weile aus.
    .
    Es gilt aber:
    .
    *Der Krug geht so lange zum
    Brunnen bis er bricht.*

  9. Autor Wolfgang Mücke
    am 08. Januar 2014
    9.

    Mit 15 ist man nicht geschäftsfähig und kann überhaupt nichts bestimmen. Wenn, dann müssen die Eltern das entscheiden. Da widerspreche ich Bea Schmid, die meint, ein 15-Jähriger hätte die Befugnis dazu, eine Teilnahme an der Klassenfahrt abzusagen. Dazu sollte man 18 sein.

    Eine Klassenfahrt müsste eigentlich mit den Eltern abgestimmt worden sein. Auf irgendeinem Elternabend wurde sie vorgestellt und für gut geheißen.

    Ich als Vater würde einen "Streik" nicht befürworten. Ansonsten müsste man die gewichtigen Gründe kennen. Vielleicht müsste man erst einmal klären, warum - angeblich - die Hälfte der Klasse nicht mitfahren will oder nicht mitfährt. Bei solchen Aussagen bin ich als erfahrener Vater sehr vorsichtig. "Alle in der Klasse" waren in Wirklichkeit oft nur 10%.

  10. Autor Ralf Schumann
    am 08. Januar 2014
    10.

    Lieber Mark,
    .
    also ich kann Dich gut verstehen und würde bei so einer heftigen Ablehnung auch nicht mitfahren.
    .
    Das mit dem Geld und dem Klassenzusammenhalt ist hier nicht das Thema. Ich finde eine Skireise sehr speziell, denn dieser Sport ist nicht nur gefährlich, sondern macht vielen Menschen Angst oder ganz einfach keinen Spaß.
    .
    Wenn so viele gegen diese Reise sind, und das kann ich gut nachvollziehen, sollte Dein Lehrer mal nach einer anderen Lösung suchen. Man kann auch eine schöne Natur- oder Städtereise machen, dort Freizeitparks besuchen oder zusammen ins Kino gehen. Das hält die Klasse besser zusammen, weil es kurzweilig ist und erzeugt keine so heftige Gegenwehr bezüglich der gesamten Klassenfahrt.
    .
    Alles Gute, R. Schumann

  11. Autor Bea Schmidt
    am 10. Januar 2014
    11.

    Sehr geehrter Herr Mücke - mit 7 ist man eingeschränkt geschäftsfähig - mit 14 bereits erweitert geschäftsfähig. Was schlagen Sie denn vor, wenn ein 15jähriger nicht an einer Fahrt teilnehmen möchte? Zwingen? Beugehaft? Jugendarrest? Soll er seinen Koffer unter polizeilicher Aufsicht packen und sich von den Beamten zum Bahnhof eskortieren lassen? Bitte nehmen Sie mir meine Fragen nicht übel.

    Ansonsten schließe ich mich Herrn Schumann an - Skireisen bergen Gefahren; Sportreisen allgemein, wie bei einer Schul-Windsurf-Reise meiner Tochter, welche mit einem schweren Bandscheibenvorfall (und das mit 17!) nachhause kam und 4 Monate lang immense Probleme hatte. Ich würde das heute nicht mehr erlauben und würde meinem Kind jederzeit die Entscheidung freistellen, da ich mein Kind als vollwertigen Menschen respektiere und achte.

    Es gibt in Deutschland unglaublich viel Tolles zu entdecken, in Sachen Vulkangestein, Kristallhöhlen, Salzbergwerke - man könnte auf den Spuren der Römer oder Kelten wandeln und etwas LERNEN - dazu sind Studienfahrten der Schule ja eigentlich da. Man könnte Berlin besuchen mit seinen vielen Museen und seiner Kultur - und und und!...

  12. Autor Bea Schmidt
    am 10. Januar 2014
    12.

    Sehr geehrter Herr Jakob, einen Zusammenhalt in den Klassen werden Sie immer weniger finden (können), da oftmals verschiedene Jahrgangsstufen zusammen unterrichtet werden und zu Beginn eines neuen Schuljahres wieder auseinandergerissen und neu aufgeteilt werden. Feste Klassenverbände und Zusammenhalt wie in unserer Zeit werden Sie nur noch in Kinderbüchern der Vergangenheit finden, wenn Sie "Das fliegende Klassenzimmer" oder "Hanni und Nanni" lesen. Und man ist kein "Querulant", wenn man sich seine eigene Meinung und seinen eigenen Willen bildet - denn das ist ja schließlich auch das Ziel - einen jungen Menschen seinen eigenen Willen finden zu lassen, damit er seinen Platz in der Welt findet/finden kann. Und komischerweise - das möchte ich Ihnen zu bedenken geben - sind es gerade die "Querulanten", welche später erfolgreich im Leben stehen und guten Berufen nachgehen. Die Ja-Sager finden Sie in führenden Positionen eher selten.

  13. Autor Erhard Jakob
    am 11. Januar 2014
    13.

    Ich schließe mich der Meinung von Wolfgang an.
    Wir kennen die Wahrheit sowieso nicht.
    .
    *Eine Mannes Wort ist keines Mannes Wort.
    Man muss immer beide Seiten hören.*
    .
    Da es hier nur um das Wort eines nicht
    geschäftsfähigen Kindes geht, kann
    man gar nichts dazu sagen.
    .
    Höchstens Vermutungen äussern. So kann es
    z.B. sein, dass die "Hälfte" nur ein einziger
    ist, der sich nicht in den Klassenverband
    einfügen will. Wir wissen es nicht!

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