Liebe Besucherinnen und Besucher,

seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

Wir danken Ihnen für Ihre rege Teilnahme auf www.direktzurkanzlerin.de.

Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Ortlieb Mueller am 15. Dezember 2011
9224 Leser · 4 Kommentare

Innenpolitik

Wulf räumt Fehler ein

Sehr geehrte Bundeskanzlerin,

Bundespräsident Christian Wulff hat sein Schweigen gebrochen: Er gestand am Donnerstag Fehler im Zusammenhang mit der Annahme eines Privatkredits in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident ein. "Ich erkenne an, dass hier ein falscher Eindruck entstehen konnte", erklärte er in einer schriftlichen Stellungnahme. "Ich bedauere das."

Der ehemalige Ministerpräsident war Ihre erste Wahl als Bundespräsident. Sollten Sie ihm nicht zureden, von seinem Amt zuruckzutreten?

"Die Wahrnehmung öffentlicher Ämter verlangt zu jedem Zeitpunkt ein hohes Maß an Integrität und Verantwortungsbewusstsein", erklärte das Staatsoberhaupt weiter. Dieser Anspruch sei ihm Verpflichtung.

Warum zieht er dann nicht seine Konsequenzen?

"Denn in der Sache hatte und habe ich nichts zu verbergen."
Wenn dem so wäre, warum hat er als Ministerpräsident dazu geschwiegen?

Haben Sie als Bundeskanzlerin die Möglichkeit auf das deutsche Staatsoberhaupt einzuwirken?

Politiker sollen nicht nur ihrem Gewissen, sondern auch uns Bürgern verpflichtet sein.

MfG

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 20. Januar 2012
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Müller,

vielen Dank für Ihre Mail an die Bundeskanzlerin, die wir in ihrem Auftrag beantworten.

Die Bundeskanzlerin schätzt den Bundespräsidenten und hat vollstes Vertrauen in seine Amtsführung. Diese Wertschätzung gilt auch für die Bereitschaft von Bundespräsident Wulff, sehr weitgehend Auskunft zu allen relevanten Fragen zu geben. Diese Bereitschaft wird sicher auch anhalten, wenn möglicherweise neue berechtigte Fragen auftauchen.

Die Bundeskanzlerin hat wiederholt klargestellt, dass im Umgang mit Fragen zum Verhalten des Bundespräsidenten Transparenz und Offenheit gegeben sein müssen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (4)Schließen

  1. Autor Rainer Sanne
    am 16. Dezember 2011
    1.

    ... dazu gibt es nur zu sagen: Das Geld stamme von seiner Frau, sagte Geerkens und habe nichts mit seinem Geschäft zu tun. Unterdessen berichtet das Magazin "Stern", Geerkens habe Wulff dreimal als Teil seiner Wirtschaftsdelegation ins Ausland begleitet...

  2. Autor N. Petrack
    am 16. Dezember 2011
    2.
  3. Autor Erwin Plum
    am 21. Dezember 2011
    3.

    Herr Mueller,
    ich glaube Sie vertreten die Mehrheitsmeinung

    Es inzwischen beschämend wie in Deutschland „Politik“ verkauft wird.
    Ist es nicht verwunderlich, dass die wählende Mehrheit nach wie vor zwar schweigt, jedoch immer mehr politikverdrossener wird?
    Korruption in unserem Land, Egoismus und fehlende Sachkenntnis der herrschenden „Volksvertretern“, Vetternwirtschaft, „Fehleinschätzungen“ von Groß-Projekten, ausufernde Steuereinnahmen, Fehlentscheidungen gegen die eigene Bevölkerung, jährlich sinnlose Steuerverschwendungen und Subventionen,Verarmung von einem Großteil unserer Mitbürger tragen nicht dazu bei, dass die deutschen Bevölkerung unbeschwert ins neue Jahr überwechseln kann.
    Wann wir eine gerechte Politik, von Fachleuten gemacht?

    Unser Bundespräsident in Erklärungsnot!
    Sorry, können wir unserem Ministerpräsidenten Wulff wirklich noch unser vollstes Vertrauen aussprechen?
    Ist es nicht inzwischen an der Zeit einen geordneten Rücktritt vorzubereiten und kurzfristig durchzusetzen? Ein Abgang ohne lebenslange "Apanage" u.s.w ist angebracht. Wie bekannt: p.A. € 200.000,- +++
    Siehe auch:
    20.12.2011, 14:55 Uhr Der Wulff im Schafspelz: Seine schönsten Zeigefinger weiter lesen: http://web.de/magazine/nachrichten/deutschland/14374612-d...
    Diskussion um Wahlkampf-Buch Wulff wusste nichts von Maschmeyers Anzeigen-Kampagne
    Dienstag, 20.12.2011, 07:12
    http://www.focus.de/politik/deutschland/neue-vorwuerfe-ge...

    Mit freundlichen Grüßen
    Erwin Plum

  4. Autor Wladimir Wostok
    am 22. Dezember 2011
    4.

    Siehe auch: http://www.focus.de/politik/deutschland/kredit-affaere-ka... Selbst die Kirche will ihn nicht mehr haben ...!

  5. Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein.