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Autor Ralf Schumann am 01. Juni 2012
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Arbeitsmarkt

Schöne Arbeitslosenstatistik = Blühende Schattenwirtschaft

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

ich werde oftmals gefragt wie es möglich ist, dass die Agentur für Arbeit in hoher Zahl Leute in Arbeit bringt, aber immer noch so viele Arbeitslose zum Jobcenter gehen müssen.

Ich arbeite als Vermittler im Jobcenter und kann nur allen Lesern hier sagen: Ja, wir schaffen es tatsächlich. Wissen Sie denn hier alle wie das funktioniert?

Früher war es so, dass alle Hartz4-Empfänger 100 € dazuverdienen durften um den vollen Arbeitslosengeldsatz erhalten zu können. Jetzt, durch die so erfolgreiche Berliner Joboffensive werden allen mit Minijob (bis 400 € pro Monat) eine Ganztagsmaßnahme in einem Aktivcenter "angeboten". Für die Arbeitszeit lt. Arbeitsvertrag wurden sie von der Teilnahme freistellt. Prompt brachten nicht gerade wenige einen Vertrag über 15 Arbeitsstunden pro Woche und wurden von der Teilnahme ganz befreit.

Nun kostete dieses Projekt Joboffensive viel Geld und musste erfolgreicher werden. Seit Januar werden nur noch die Teilnehmer gänzlich befreit, die einen sozialversicherungspflichtigen Job nachweisen, also die, die ab 401 € pro Monat verdienen. Der Erfolg liegt auf der Hand. Viele verdienen jetzt einen oder bis zu zwanzig Euro im Monat mehr, wir haben mehr Leute "in Arbeit gebracht", aber immernoch dieselbe Anzahl Hartz4-Empfänger. Viele sagen es uns offen ins Gesicht: Sie arbeiten offiziell 3 Stunden am Tag und 4 schwarz. Kommt eine Kontrolle, ist alles legal und wir können nichts tun.

Frau Merkel ich bitte Sie, mir eine Frage zu beantworten: Was wollen Sie gegen diese Schattenwirtschaft, sponsered by Steuerzahler, tun?

Danke.

Mit freundlichen Grüßen
Ralf Schumann

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