Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie sicher aus den Medien erfahren haben, werde ich am 28. August vom Amt des Ministerpräsidenten zurücktreten. Deshalb wird es mir künftig nicht mehr möglich sein, Ihre Fragen an dieser Stelle zu beantworten. Der Bürgerdialog über das Onlineportal direktzu.de hat in den zurückliegenden Jahren eine Vielzahl von Anliegen und Problemen von Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, thematisiert. Ich habe mich über die anhaltende Resonanz sehr gefreut. Sie dokumentierte Ihr Interesse am Lebensumfeld, aber auch an politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen. Das Portal war für mich wichtiger Anzeiger, welche Sorgen, Probleme oder Anliegen die Menschen im Land bewegen. Es bot die Möglichkeit, politische Bewertungen aus der brandenburgischen Bevölkerung ungefiltert und direkt zu erfahren. Und ebenso offen und geradeheraus habe ich mich stets um Antwort bemüht. Für mich war darüber hinaus entscheidend, dass das Voting-Verfahren den öffentlichen Diskurs bei uns im Land befördert. Fragesteller und auch ich wussten dadurch: Das interessiert Viele!

Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihr Vertrauen und die vielen interessanten Fragen und Einschätzungen.

Herzlichst

Ihr

Matthias Platzeck

Beantwortet
Autor Heiko Steinemann am 10. April 2013
3694 Leser · 63 Stimmen (-1 / +62) · 0 Kommentare

Wirtschaft

Abzocke statt schnelles Internet

Sehr geehrter Ministerpräsident
Der Ausbau in Ländlichen Gegenden war mal riesen Thema.
Es hat ja auch in manchen Gegenden gut geklappt so wie bei uns das Zauberwort war LTE.
Gelockt wurde viel und die Technik klappt auch gut aber nun kommt der riesen Haken.
Man bietet den Kunden verschiedene Triefe an da gibt es eine 7000,21000 und 50000 Leitung mit 10,15 oder 30GB Volumen.
Nun aber der Haken, sollte dieses Volumen aufgebraucht sein, wird gedrosselt und zwar so stark das es nichts mehr mit schnellen Internet zu tun hat auf gerade mal 500Kbits .
Das Tollste ist wer 1GB zubuchen möchte muss 4,99€ zahlen.
Der Größte Ärger ist aber das wir damals Kunden der ersten Stunde wahren ich habe eine 7000 Leitung und zahle 49€ für 10GB .Wer etwas vom Internet versteht das 10GB absolut lächerlich sind. Könnte natürlich auch für 69€ eine 50000 Leitung nehmen mit 30GB das würde ja ok sein aber nicht vom Preis.
Neukunden die nun Abschließen zahlen für 50000 Leitung nur 44€ also da beginnt ja schon die Abzocke der älteren Kunden.
Also kann man sagen Albtraum LTE anstatt schnelles Internet auf dem Land.
Bei uns liegen ja schon Glasfaserkabel nur leider will die Telekom nicht mehr Investieren
Kabel DSL ist das beste als LTE.
So lange es diese Drosselungen bei LTE gibt, ist das für einen normalen Haushalt eine echte Fehlinvestition. Und vor allem Fördermittel für solch schlechte Sache aus zu geben ist eigentlich unverständlich. Was sind schon 30GB in der heutigen Zeit. Auch für Firmen ist das viel zu wenig.
M.f.G.
Diese Sache kann eigentlich nur die Politik Richten

+61

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Antwort
von Matthias Platzeck am 02. Juli 2013
Matthias Platzeck

Sehr geehrter Herr Steinemann,

haben Sie Dank für Ihre Wortmeldung zu einem Thema, das trotz aller Bemühungen auch der brandenburgischen Landesregierung gerade in einigen ländlichen Regionen immer noch für Unmut sorgt. Ihren Ärger über die Preisgestaltung des Anbieters kann ich verstehen. Lassen Sie mich dennoch ein wenig ausholen, um die Dimension des Problems zu veranschaulichen.

Zunächst: Nach der Breitbandstrategie der Bundesregierung wird bis 2018 eine flächendeckende Versorgung mit Verfügbarkeiten von mindestens 50 Mbit/s angestrebt. Die LTE-Technik wurde auf Initiative der Bundesregierung und Vorgabe der Bundesnetzagentur im Zuteilungsverfahren zunächst in ländlichen Regionen ausgebaut. Die Zuteilungen der 800-MHz-Frequenzen wurden jeweils mit einer stufenweisen Aus- und Aufbauverpflichtung verbunden. Ein Netzbetreiber muss danach bei der Nutzung dieser Frequenzen stufenweise Gebiete nach vier Prioritätsstufen mit Breitbandanschlüssen versorgen. Vorrangig und damit in der Prioritätsstufe 1 sollen Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern mit mobilem Breitband versorgt werden, in den folgenden Stufen dann auch größere Städte. Die Bundesnetzagentur wertete es übrigens als großen Erfolg, dass die Versorgungsauflagen bereits Ende vergangenen Jahres erfüllt wurden. Die Landesregierung hat aber keine Möglichkeit, in die Preisgestaltung der Wettbewerber einzugreifen.

Generell ist es so, sehr geehrter Herr Steinemann, dass der ländliche Raum für eine Erschließung durch die Telekommunikationsunternehmen in großen Bereichen wirtschaftlich weniger attraktiv ist. Das erklärt auch deren Zurückhaltung. Nach meiner Überzeugung muss der Bund für solche Fälle des Marktversagens ein Förderprogramm speziell auf die Unterstützung von Hochgeschwindigkeitsnetzen dringend in Betracht ziehen. Allerdings zeigt die Bundesregierung bislang keine Bereitschaft zu solch einer Initiative. Das ist sehr bedauerlich

Vor diesem Hintergrund hat sich die Landesregierung entschlossen, auf Basis ihres Ent­wick­lungskonzeptes „Brandenburg Glasfaser 2020“ den Aufbau einer glasfaserbasierten Breitband-Infrastruktur zu fördern. Damit wollen wir sicherzustellen, dass die zukünftigen Betreiber das Breitbandnetz auch in entlegenen Regionen wirtschaftlich betreiben können. Unter dem Vorbehalt, dass ausreichend Fördermittel zur Verfügung stehen, wollen wir bis 2015 in den Planungsregionen Prignitz-Oberhavel, Uckermark-Barnim sowie Oderland-Spree eine glasfaserbasierte Breitband-Infrastruktur errichten. Gefördert werden die Verbindungen zu Orten, in denen die Übertragungsraten derzeit bei weniger als sechs Mbit/s liegen, wobei die Einwohnerzahl der jeweiligen Orte für die Umsetzung des Konzepts keine Rolle spielt. Über den Start der Ausschreibungen der beiden südlichen Planungsregionen wird erst im Ergebnis der Verhandlungen zur nächsten EU-Förderperiode entschieden werden können.

Mit freundlichem Gruß

Matthias Platzeck