Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie sicher aus den Medien erfahren haben, werde ich am 28. August vom Amt des Ministerpräsidenten zurücktreten. Deshalb wird es mir künftig nicht mehr möglich sein, Ihre Fragen an dieser Stelle zu beantworten. Der Bürgerdialog über das Onlineportal direktzu.de hat in den zurückliegenden Jahren eine Vielzahl von Anliegen und Problemen von Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, thematisiert. Ich habe mich über die anhaltende Resonanz sehr gefreut. Sie dokumentierte Ihr Interesse am Lebensumfeld, aber auch an politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen. Das Portal war für mich wichtiger Anzeiger, welche Sorgen, Probleme oder Anliegen die Menschen im Land bewegen. Es bot die Möglichkeit, politische Bewertungen aus der brandenburgischen Bevölkerung ungefiltert und direkt zu erfahren. Und ebenso offen und geradeheraus habe ich mich stets um Antwort bemüht. Für mich war darüber hinaus entscheidend, dass das Voting-Verfahren den öffentlichen Diskurs bei uns im Land befördert. Fragesteller und auch ich wussten dadurch: Das interessiert Viele!

Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihr Vertrauen und die vielen interessanten Fragen und Einschätzungen.

Herzlichst

Ihr

Matthias Platzeck

Archiviert
Autor Diana Olschofski am 09. November 2008
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Arbeitsmarkt

Hilfe

Sehr geehrter Herr Platzeck

Ich bin 22 Jahre, gelernte Justizfachangestellte und habe ein sehr großes Anliegen.

2005 wollte ich meine Ausbildung zur Justizfachabgestellten im Land Brandenburg absolvieren, dies war leider nicht möglich, da man sich erst sehr spät dazu entschied diese Ausbildung 2005 im Land Brandenburg zu ermöglichen. Zu diesem Zeitpunkt hatte bereits eine andere Möglichkeit im Amtsgericht Essen.

Nach 2 ½ Jahren habe ich im Januar 2008 meinen Ausbildung erfolgreich beendet.

Kurz vor Beendigung meiner Ausbildung habe ich mich sehr bemüht eine Anstellung in meinem Heimatland Brandenburg zu finden. Dies gelang mir auch nach vielen Bewerbungsschreiben. Ich habe am 25.01.2008 eine Arbeitsstelle im Amtsgericht Perleberg angetreten. Diese Stelle ist nur leider bis zum 31.12.2008 befristet.

Jetzt stehe ich vor der Arbeitslosigkeit, da man mir heute bei der Agentur für Arbeit mitteilte, dass Justizfachangestellte die im Land Brandenburg einen befristeten Arbeitsvertrag hatten, nicht mehr im Land Brandenburg in der Justiz angestellt werden darf.

Anstatt junge gelernte Justizfachangestellte werden Rechtsanwaltsfachangestellte in der Justiz eingestellt. Es ist so absurd, einen Beruf zu erlernen, die man gar nicht ausüben kann, da man sowieso nur befristete Verträge bekommt und somit keine Perspektive hat.

Sie möchten doch junge Fachkräfte wieder in das Land zurück holen, aber bieten leider keine Perspektive in Form eines sicheren Arbeitsplatzes.

Wie kann man diesen Umstand mit Ihren Willensbekundungen vereinbaren???

Man ist ja gezwungen das Land Brandenburg wieder zu verlassen um nicht in der Arbeitslosigkeit zu enden. Obwohl man eine abgeschlossene Berufsausbildung hat und auch sehr bemüht um einen Arbeitsplatz ist.

Vielleicht ist Ihnen ja die Zukunft junger gelernter Justizfachangestellten genauso wichtig wie mir und Sie zeigen uns eine Möglichkeit wie man im Land Brandenburg weiterhin arbeiten und leben kann.

Ihnen ist ja sicher bewusst, dass es viele alte Angestellte im Justizdienst gibt. Allein im Amtsgericht Perleberg 2010 fünf Mitarbeiter aufgrund ihres Alters aus. Selbst besteht nach Auskunft des Oberlandesgerichts Brandenburg keine Weiterbeschäftigungsmöglichkeit.

Da ich Ihre politische Auffassung sehr schätze, hoffe ich mit meinem Anregungen Veränderungen bewirken zu können.

Ich hoffe auf eine positive Antwort Ihrerseits und entsprechende Begründung, warum solche Gesetzmäßigkeiten im Land Brandenburg Bestand haben. Denn so können Sie keine jungen Fachkräfte in Ihr Land zurückholen.

Seien Sie bitte nicht böse, über meine direkten Worte, aber ich bin im Moment dermaßen frustriert, dass ich diesen Weg jetzt gehen musste.

Mit freundlichen Grüßen

Olschofski

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