Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie sicher aus den Medien erfahren haben, werde ich am 28. August vom Amt des Ministerpräsidenten zurücktreten. Deshalb wird es mir künftig nicht mehr möglich sein, Ihre Fragen an dieser Stelle zu beantworten. Der Bürgerdialog über das Onlineportal direktzu.de hat in den zurückliegenden Jahren eine Vielzahl von Anliegen und Problemen von Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, thematisiert. Ich habe mich über die anhaltende Resonanz sehr gefreut. Sie dokumentierte Ihr Interesse am Lebensumfeld, aber auch an politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen. Das Portal war für mich wichtiger Anzeiger, welche Sorgen, Probleme oder Anliegen die Menschen im Land bewegen. Es bot die Möglichkeit, politische Bewertungen aus der brandenburgischen Bevölkerung ungefiltert und direkt zu erfahren. Und ebenso offen und geradeheraus habe ich mich stets um Antwort bemüht. Für mich war darüber hinaus entscheidend, dass das Voting-Verfahren den öffentlichen Diskurs bei uns im Land befördert. Fragesteller und auch ich wussten dadurch: Das interessiert Viele!

Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihr Vertrauen und die vielen interessanten Fragen und Einschätzungen.

Herzlichst

Ihr

Matthias Platzeck

Beantwortet
Autor Gunter Schreyer am 01. August 2007
11981 Leser · 411 Stimmen (-126 / +285) · 0 Kommentare

Bildung

Lehrstellen-Service

Sehr geehrter Herr Platzeck,

seit acht Jahren helfe ich ehrenamtlich Jugendlichen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.
In den vergangenen Jahren habe ich an mehreren Ausbildungsmessen und Informationsveranstaltungen in der Region sowie im Jahr 2003 am Wettbewerb der Wirtschaftsjunioren Deutschlands zum "Ausbildungs-Oskar" und 2006 zum "Ausbildungs-Ass" teilgenommen. Ende vergangenen Jahres hat sich der Bundesminister für Arbeit und Soziales,Herr Franz Müntefering, in einem Schreiben für mein jahrelanges Engagement bedankt.
Im Herbst erscheint ein Buch mit dem Verzeichnis "Internet-Adressen ausbildender Firmen©" in Deutschland, wo Jugendliche der 8. und 9. Klassen die Möglichkeit haben,sich bezeiten um eine Berufsausbildung zu orientieren.

Seit 10 Jahren arbeitslos,wurde mir im Jahr 2003 vom Sozialamt schriftlich gegeben,das ich aus Altersgründen (54 Jahre) in keine Arbeit mehr vermittelbar bin. Vor drei Jahren sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Herr Frank-Jürgen Weise, das man mit 55 keine Chance auf einen neuen Job hat. Im vergangenen Jahr war ich für einen Ein-Euro-Job zu alt.
http://www.altersdiskriminierung.de/themen/artikel.php?id...
Für meinen Lehrstellen-Service hab ich mir im Februar erlaubt,einen neuen Computer zu beantragen. Dies wurde abgelehnt. Mein Widerspruch wurde ebenfalls abgelehnt mit der Begründung, "im Regelsatz sind 2,57 Euro für Datenträgergeräte und Software enthalten".
Das Sozialgericht Chemnitz versucht die Klage ebenfalls abzuschmettern und stellt fest,das "der geltend gemachte Anspruch nach vorläufiger Auffassung des Gerichts nicht durchsetzbar ist".
Was muß noch alles passieren,das Leistung anerkannt wird?

Mit freundlichen Gruß
Gunter Schreyer

+159

Über diesen Beitrag kann nicht mehr abgestimmt werden, da er bereits beantwortet wurde.

Antwort
von Matthias Platzeck am 26. Oktober 2007
Matthias Platzeck

Sehr geehrter Herr Schreyer,

es ist anerkennenswert, mit welchem Engagement und langem Atem Sie Jugendliche ehrenamtlich bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützen. Die Initiative und das bürgerschaftliche Engagement vor Ort sind von ungeheuerer Wichtigkeit für unser Gemeinwesen. Als Ministerpräsident des Landes Brandenburg ist es mir besonders wichtig, unser Land gemeinsam mit den Brandenburgerinnen und Brandenburgern voran zu bringen. Wir haben deshalb in Brandenburg in verschiedenen Politikbereichen die Weichen neu gestellt. Dazu zählt auch die Einrichtung unserer Koordinierungsstelle für Bürgerschaftliches Engagement in der Staatskanzlei. Sie ist Ansprech- und Servicepartner für freiwillig Engagierte im ganzen Land. Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, finden hier ein offenes Ohr für ihre Probleme. Sofern notwendig wird auch der Kontakt zu anderen Behörden vermittelt.

Ich habe Ihrer Website entnommen, dass es Ihnen mit Eigeninitiative in der Zwischenzeit gelungen ist, einen neuen Computer aus Sachspenden zu beschaffen. Das freut mich sehr.

Trotzdem bitte ich um Verständnis dafür, dass ich zu den von Ihnen angesprochenen konkreten Anliegen zu den Leistungen im Rahmen des Sozialgesetzbuchs II keine Stellung nehmen kann. Die Entscheidung über die Bewilligung von Fördermitteln liegt in Ihrem Fall bei der für Sie zuständigen Arbeitsgemeinschaft Chemnitz.

Was die Förderung des ehrenamtlichen Engagements anbelangt, gibt es mittlerweile in allen Bundesländern Programme zur Unterstützung. Die Sächsische Staatsregierung hat hierzu die Kampagne "Wir für Sachsen - Bürgerschaftliches Engagement" (www.wir-fuer-sachsen.de) unter Federführung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales ins Leben gerufen. Vielleicht besteht hier eine Möglichkeit, Ihr Engagement zu unterstützen.


Mit freundlichem Gruß

Matthias Platzeck