Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie sicher aus den Medien erfahren haben, werde ich am 28. August vom Amt des Ministerpräsidenten zurücktreten. Deshalb wird es mir künftig nicht mehr möglich sein, Ihre Fragen an dieser Stelle zu beantworten. Der Bürgerdialog über das Onlineportal direktzu.de hat in den zurückliegenden Jahren eine Vielzahl von Anliegen und Problemen von Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, thematisiert. Ich habe mich über die anhaltende Resonanz sehr gefreut. Sie dokumentierte Ihr Interesse am Lebensumfeld, aber auch an politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen. Das Portal war für mich wichtiger Anzeiger, welche Sorgen, Probleme oder Anliegen die Menschen im Land bewegen. Es bot die Möglichkeit, politische Bewertungen aus der brandenburgischen Bevölkerung ungefiltert und direkt zu erfahren. Und ebenso offen und geradeheraus habe ich mich stets um Antwort bemüht. Für mich war darüber hinaus entscheidend, dass das Voting-Verfahren den öffentlichen Diskurs bei uns im Land befördert. Fragesteller und auch ich wussten dadurch: Das interessiert Viele!

Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihr Vertrauen und die vielen interessanten Fragen und Einschätzungen.

Herzlichst

Ihr

Matthias Platzeck

Beantwortet
Autor Sylvia Laue am 06. Dezember 2007
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Wirtschaft

Politische Loyalität und Interessenkonlikt?

Herr Ministerpräsident,
Sie haben uns Überbringern der Unterschriften gegen den Nachtflug in Schönefeld am 22.11.07 mitgeteilt, daß Sie sich als Politiker aus dem laufenden Verfahren rauszuhalten haben und demzufolge vor Abschluß des Verfahrens nicht zu uns Betroffenen kommen werden. Uns heißt: zu den Bürgern, die Sie als MP vertreten, deren Schützlinge wir sind! Die nichts weiter wollen, als ihr Leben in einem halbwegs normalen Umfeld zu führen. Ein Umfeld, das ohnehin schon durch Umwelteinflüsse mannigfaltig gestört ist.

Meine 1.Frage: Werden Sie konsequenterweise auch den Sitzungen des Aufsichtsrates fernbleiben?

Als Aufsichtsratsmitglied haben Sie in erster Linie wirtschaftliche Interessen des Unternehmens FBS zu vertreten.

Meine 2. Frage: Sehen Sie da einen Interessenkonflikt zu den Belangen der Menschen, insbesondere der Kinder?

Mit großem Interesse sehe ich der Beantwortung meiner Frage entgegen?

Sylvia Laue

+135

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Antwort
von Matthias Platzeck am 31. Januar 2008
Matthias Platzeck

Sehr geehrte Frau Laue,

Eigner der Flughafengesellschaft sind die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund. Es gehört also zu meinen Pflichten in der Funktion als brandenburgischer Ministerpräsident, die Interessen unseres Landes und seiner Bürger im Aufsichtsrat wahrzunehmen.

Naturgemäß lassen sich dabei die Erwartungen derjenigen, die auf Arbeit, wirtschaftlichen Aufschwung oder einfach gute Verkehrsverbindungen hoffen, nicht immer konfliktfrei mit den Forderungen derer in Übereinstimmung bringen, die im Umfeld großer Infrastrukturvorhaben zu Hause sind. Die Landesregierung ist aber angetreten, die Interessen aller angemessen zu berücksichtigen.

Mit freundlichem Gruß

Matthias Platzeck