Liebe Besucherinnen und Besucher,

seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

Wir danken Ihnen für Ihre rege Teilnahme auf www.direktzurkanzlerin.de.

Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor I. Rauschenbach am 05. Oktober 2015
6183 Leser · 15 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

so ist es

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
ich bin 56 Jahre alt und habe seit meinem 14 ten Lebensjahr gearbeitet. Ich bin eines von 13 Kinder, Konnte nie eine Ausbildung machen und habe mich buchstäblich vom Tellerwäscher in den Mittelstand gearbeitet. Niemand hat mir je geholfen!
Ich bin stolz auf das Land in dem ich lebe, weil es ist, wie es ist. Ich bin sozial und hilfsbereit und ich habe sehr viel Mitgefühl mit Menschen die in Angst und Sorge vor Gewalt um ihr Leben laufen. Ich hatte Eltern die Gewalt und Mißbrauch an ihren Kindern verübt haben, ich weiß wovon ich spreche. Jetzt kommen unzählige Menschen in unser, in mein Heimatland, von vielen kann ich nicht einmal die Gesichter sehen, andere wiederum wollen in meinem Land leben aber ihre Werte, Kultur und Tradition ausleben.
Ich möchte als deutsche Bürgerin, Steuerzahlerin und Mensch, mich in meinem Land auch weiterhin zuhause fühlen können. Zuhause bedeutet für mich Sicherheit, Geborgenheit, Zusammensein mit Gleichgesinnten und das Recht, so Leben zu dürfen, wie es für mich gut ist, ohne zu schaden oder geschädigt zu werden.
Ich habe Angst, Angst davor, das wir eine Kultur in unser Land holen, die uns verletzt, nicht wertschätzt, Frauen diskriminiert und Gewaltbereit ist. Sicher nicht alle, aber wie wollen Sie das unterscheiden? und.... Sie sind meine Kanzlerin und ich habe Sie gewählt, wie wollen Sie sicherstellen, das ich das Leben leben kann, das ich mir hart erarbeitet habe? Seien Sie bitte unsere Landesmutter und sorgen Sie für Ihre Kinder.
Ihre
Ivana Rauschenbach

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 09. November 2015
Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Rauschenbach,
sehr geehrter Herr Weber,
sehr geehrter Herr Wurster,

vielen Dank für Ihre Fragen, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten. Weil Ihre drei Fragen zur Flüchtlingspolitik der Bundesregierung zusammenhängen, behandeln wir sie in einer gemeinsamen Antwort.

Ihre Besorgnis in der derzeitigen Situation ist verständlich. Die Aufnahme der vielen Flüchtlinge ist eine große Herausforderung für unser Land und erfordert eine nationale Kraftanstrengung. Es ist offensichtlich, dass die Kapazitäten bei Verwaltungen, gemeinnützigen Organisationen und in der Bevölkerung sehr angespannt sind.

Die Lösung des Flüchtlingsproblems auf nationaler und internationaler Ebene hat für die Bundesregierung höchste Priorität. Die Verantwortlichen arbeiten intensiv daran, die Prozesse der Aufnahme und Rückführung zu verbessern.

Unabdingbar dafür ist auch europäische Solidarität. In ihrer Regierungserklärung am 15. Oktober hat die Bundeskanzlerin gesamteuropäisches Handeln gefordert, um die historische Bewährungsprobe der Flüchtlingskrise zu bewältigen. Ein dauerhafter und verbindlicher Verteilungsschlüssel der Flüchtlinge in Europa ist eine wichtige Voraussetzung.

Am 24. Oktober 2015 ist das sogenannte Asylpaket in Kraft getreten. Es umfasst Änderungen des Asylverfahrensgesetzes und des Asylbewerberleistungsgesetzes. Diese Neuregelungen sorgen für schnellere Asylverfahren, weniger Fehlanreize und größere Unterstützung für Länder und Kommunen. Flüchtlinge mit Bleibeperspektive werden rascher in den Arbeitsmarkt integriert.

Die gesetzlichen Änderungen unterstützen die schnellere Rückführung derjenigen, die keinen Schutz in unserem Land genießen. Menschen, die aus rein wirtschaftlichen Gründen kommen, müssen unser Land wieder verlassen.

Es muss zudem selbstverständlich sein, dass alle, die in unser Land kommen, unsere Rechts-und Werteordnung akzeptieren: Flüchtlinge haben Rechte, aber auch Pflichten. Unsere Regeln und Gesetze gelten für jeden, der sich in Deutschland aufhält.

Die Bundeskanzlerin hat wiederholt betont, dass diejenigen, die zu uns kommen, unsere Gesetze und Regeln anerkennen müssen. Denn es ist eine zentrale Aufgabe des Staates, die Sicherheit aller Menschen in Deutschland zu schützen und kontinuierlich weiter zu verbessern. Zur öffentlichen Sicherheit gehören der Schutz vor Gewalt, Verbrechen und Terror sowie der Schutz unserer verfassungsmäßigen Ordnung. Mögliche Straftaten durch Ausländer unterliegen der Strafverfolgung ebenso wie die Straftaten aller anderen Bürger. Das Bundesinnenministerium ist dabei, zur Frage der Kriminalität im Umfeld von Flüchtlingsheimen ein umfassendes Lagebild zu erstellen.

Mehr Informationen: Sonderseite Flucht und Asyl http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Themen/Fluecht...

Aufnahmeregelungen für Asylflüchtlinge http://www.bamf.de/DE/Migration/AsylFluechtlinge/asylflue...

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (15)Schließen

  1. Autor Gabriele Klein
    am 05. Oktober 2015
    1.

    Stimme Ihnen vollkommen zu. Ich bin sehr wütend dass die Politiker nicht vor Ihren Wahlen ihr Verständnis von Landesgrenzen kommunizierten. Ich hätte sie nie nie gewählt!!! Wer elementare Schutzvorrichtungen außer Kraft setzt verletzt nicht nur meine Interessen als Wähler sondern gefährdet mich.
    Eine Grenze und deren Kontrollen haben immer und stets respektiert zu werden. Wenn jemand (gar noch bewaffnet) Ländergrenzen einrennt und dies mit komischer Rethorik und einem falschen Humanitätsverständnis auch noch gestattet wird, frage ich mich, was er als nächstes eingerannt wird....... die Tür zum Banktressor vielleicht ...... oder die Sperre zum Reaktor?
    Wer eine Ländergrenze einfach einrennt hat sich nach meinem Dafürhalten alleine dadurch als legitimer Asylsuchender disqualifiziert....Er hat damit bewiesen dass er geltendes Recht nicht respektiert bzw. auch zukünftig nicht respektieren wird......

  2. Autor Gabriele Klein
    am 05. Oktober 2015
    2.

    .... und.... wenn man angeblich nicht verhindern kann was man andrerseits dann wieder in aller Öffentlichkeit filmen kann, z.B. die Kriminalität von Schleppern in ihren Luxuslimunsinen in Calais dann frage ich mich ob man es vielleicht gar nicht verhindern will......?

  3. Autor Gabriele Klein
    am 05. Oktober 2015
    3.

    .... Eine Regierung die 290.000 (das sind die Zahlen die ich im Internet las, siehe Zeit online) unregistriert ins Land lässt und die genaue Zahl nur noch schätzen kann, handelt nach meinem Dafürhalten nicht human sondern grob fahrlässig. Sorry wenn ich das so sagen muss. Ich sehe hier keine Regierenden mehr sondern nur noch von Dritten regierte Regierende die bereitwillig in die ihnen von andern bereitgestellte Pedale treten . Das ist schon ein Ding bzw. ein Hammer.....auch wenn diese "Dritten" angeblich Hilfsbedürftige sind....

  4. Autor ines schreiber
    am 05. Oktober 2015
    4.

    Gabriele, stimme zu.....

  5. Autor ines schreiber
    am 12. Oktober 2015
    5.

    Gabriele, als ich die Gewalt Ausbrüche Ungarische Grenze gesehen habe.....fand ich es sehr verwirrend .....wie diese Jungen Männer Ultimaten mit Gewalt Androhung stellen....es ausführen.....und dann ....KEINE KINDER ALS SCHUTZSCHILD MIßBRAUCHEN ....normales Verhalten bei Menschen ist Kinder zu schützen.....was sagt das aus....

  6. Autor ines schreiber
    am 12. Oktober 2015
    6.

    Natürlich.....KLEINE KINDER

  7. Autor Erhard Jakob
    am 19. Oktober 2015
    7.

    Ivana,
    ich bin 10 Jahre älter als Sie
    und sehe das genauso.

    Für die Kanzlerin wird die Sache schwierig.
    Sie müßte einen doppelten Salto rückwärst
    machen und einen neuen Weg beschreiten.

    Genauso, wie sie es bei der Atom-
    Energie gemacht hat.

  8. Autor Jan Köcher
    am 26. Oktober 2015
    8.

    Leider sehe ich einen völligen Realitätsverlust und Kontrollverlust in unserer Regierung... Es werden Entscheidungen grob fahrlässig getroffen und nicht auf die langwelligen Auswirkungen geachtet! Ein Land sollte auch bestehen nach einer Wahl, aber leider denken unsere Politiker, einschließlich unserer Kanzlerin nicht mehr darüber hinaus. Zum Anderen nicht mehr ans Volk, ans eigene Volk, ans eigene Volk von dem Sie Ihre eigentlich Macht legitimiert bekommen hat.
    FRAU MERKEL handeln sie verantwortungsbewusst oder wir müssen alle mit dem Schlimmsten rechnen!

  9. Autor Marion Hilger
    am 27. Oktober 2015
    9.

    Guten Tag Frau Rauschenbach
    Ihr Beitrag ist sehr aufschlussreich und entspricht dem aktuellen Stand.

    Sobald ich in ein anderes Land reise, so bin ich GAST in diesem Land und verhalte mich auch so.

    Beispielhaft ist z.B. die Bedeckung von freien Körperteilen wie- im Sommer - die Schultern oder Beine, wenn ich in ein muslimisches Land reise.

    Auch ist es in vielen Ländern üblich- und dies respektiere ich da dies dort die Sitten und Gebräuche sind- das die Frau im Hintergrund steht, gar nicht-oder erst zuletzt beachtet wird.

    Ob ich dies gut finde ...ich bin in einem anderen Land und schließe mich dessen Lebensweise an!

    Doch wie sieht es nun bei uns mit der Anpassung aus?!
    Ich persönlich denke, dass wir hier noch so das ein oder andere miterleben werden, was wir so nicht haben möchten.
    Doch- wir wurden nicht gefragt und dies ist das traurige an all dem.

    Sicherlich sind VIELE der Menschen hilfsbedürftig-haben Angst um ihr Leib und Leben.

    *Hilfe im Herkunftsland ist das wichtigste und richtigste*

  10. Autor Erhard Jakob
    am 27. Oktober 2015
    10.

    Marion, ich sehe das genauso, wie Sie! Vor allem
    kann es nicht sein, dass Frauen in Voll-Burka in
    eine Sparkasse bzw. Öffentlichkeit geht.

    Niemand weiß, ob sich darunter eine
    Frau oder ein Mann verbirgt

  11. Autor ines schreiber
    am 28. Oktober 2015
    11.

    Erhard.....stimme zu.....auch die Kommunikation beruht auf Wort und Gestik. ..Mimik im Gesicht ....das ist durch die Vollverschleierung nicht gegeben....

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