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Abstimmungszeit beendet
Autor Olaf Höhn am 08. August 2013
6140 Leser · 9 Kommentare

Arbeitsmarkt

soziale Verantwortung

Sehr geehrte Frau Merkel,

die soziale Verantwortung von Unternehmen und damit auch von Bundeseinrichtungen wird immer wieder beschworen. Folgenden Fall bitte ich mir in diesem Licht zu erklären:

Es geht um mir um eine Freundin die in Scheidung lebt und zwei minderjährige Kinder (9 und 12 J) hat. Sie hat vor zwei Jahren nach der Trennung im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Nürnberg) eine auf zunächst ein Jahr befristete Stelle angenommen (die bei Ablauf um 1 J verlängert wurde). Die Befristung läuft dieser Tage aus und eine Verlängerung/Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis wurde seitens der Behörde abgelehnt. In einem anderen Fall bei einer älteren Kollegin ohne unterhaltspflichtige Kinder wurde anders entschieden. Hinzu kommt, dass die in Rede stehende Stelle mit einer neuen Mitarbeiterin - wiederum befristetet - besetzt wird. Also die Arbeit ist da - aus meiner Sicht ein eklatanter Missbrauch des Instrumentes von befristeten Verträgen, der auch noch in einer Behörde stattfindet.

Die versagte Weiterbeschäftigung ist auch nicht auf persönlche Gründe zurückzuführen.

Die besagte Freundin erhält dzt keinen Unterhalt, ist somit dringend auf das Einkommen angewiesen. All das ist dem Amt bekannt.

Wo ist da die soziale Verantwortung? Dies auch vor dem Hintergrund, dass nun für die Frau eine Bewerbung auf eine andere befristete Stelle im öffentlichen Dienst nunmehr nicht möglich ist (da aufgrund der Regelungen zu befristeten Stellen, der Arbeitnehmer nach Ausscheiden aus einer für insges zwei Jahre befristeten Stellle für andere entspr Stellen des "gleichen" Arbeitgebers gesperrt ist).

Mit freundlichen Grüßen
Olaf Höhn

Kommentare (9)Schließen

  1. Autor markus müller
    am 09. August 2013
    1.

    Es ist sehr traurig, dass auch staatliche Institutionen Festanstellungen mit allen Mitteln verhindern. Da werden die Leute bis zur Grenze der Befristbarkeit beschäftigt und dann gefeuert. Der nächste bitte, nach dem Prinzip hire and fire. Was mit dem Menschen passiert ist total egal.

    Ich hatte einen ähnliche Eintrag eingestellt. Dieser ist kläglich gescheitert. Evtl. wegen mangenden Interesse der Forenteilnehmer. Wobei diese Entwicklung uns alle und unser Kinder betrifft.

    Ausbeutung der Arbeitnehmer mit staatliche Unterstützung
    Wertung: -81 / +209 Stimmen

  2. Autor Erhard Jakob
    am 11. August 2013
    2.

    Ja, Markus,
    ist ist nun mal traurig, dass die Armen benachteiligt
    sind und die Reichen bevorteilt werden.

    So ist nun mal das System aufgebaut.

    Jeder ist sich selbst der Nächste und mit der Hilfe
    und Unterstützung ist das si eine Sache.

    Oft gilt: *Dem einen brennt das Haus ab. Und der
    andere stellt sich dran und wärmt sich.

    Zu deinem Beitrag. Wenn man bedenkt, dass 290
    User abgestimmt haben, dann kann man nun
    wirklich nicht von mangelnden Interesse
    sprechen. Ganz im Gegenteil.

    Im vorliegen Beitrag

  3. Autor markus müller
    am 13. August 2013
    3.

    Hallo Erhard,
    das ist ein düsteres Bild, welches Du von einer Demokratie (Demos =Volk, Volksmasse, Vollbürgschaft; kratein =herrschen, Macht ausüben) hast.
    Das das System grundsätzlich so ist, dem spricht entgegen, dass es ca. 50 Jahre “gerecht“ zu gegangen ist (Wohlstand für alle). Erst in den letzten ~15 Jahren hat die Maßlosigkeit überhandgenommen. Einige wenige, die sich durch Ihre Reichtümer bemächtigt glauben alles nur zu ihren Gunsten zu beeinflussen, eine Art Schattenregierung, die das Sagen hat. Die Politik unserer Volksvertreter dient ausschließlich deren Interessen, zum Schaden der Allgemeinheit und daher des Volkes.

    Die soziale Verantwortung des Staates geht dabei unter.

  4. Autor Heiko Kratzmeier
    am 26. August 2013
    4.

    Nicht schon schlimm genug, das Menschen in Trennung leben etc., auch das sie so ausgenutzt werden muss nicht sein.
    Ich kenne mittlerweile auch schon einige Fälle, in denen es immer wieder passiert das Menschen einfach vor die Tür gesetzt werden. Auch finde ich diese Leiharbeit- und Zeitarbeitfirmen Menschenverachtend.

    Man wird zwar durchaus mal vermittelt, doch allerdings nur so lange bezahlt wie die Dienste benötigt werden. Danach darf man wieder von vorne suchen und diese doofen Anträge von Jobcentern ausfüllen. Wo bleibt hier bitte die Würde des Menschen hängen???

    Aber den Beitrag finde ich sehr wichtig.

  5. Autor Erhard Jakob
    am 26. August 2013
    5.

    Hallo Markus,
    .
    von der Demokratie hatte ich eigentlich
    eine gute Vorstellung.

    Demokratie habe ich eigentlich mit >Mehrheit des Volkes<,
    Wahrheit und Rechtssicherheit in Verbindung gebracht.
    .
    Doch, was sich hier in Deutschland abspielt
    ist doch alles andere als Demokratie.
    .
    Hier bestimmen doch nicht die gewählten Vertreter
    des Volkes, was geschieht. Sondern die Geld-
    und somit tatsächlich Machthabenden
    bestimmen, was gemacht wird.
    .
    Das heißt, wir leben in keiner Demokratie sondern
    in einer Diktatur der *Heuschrecken* lt. Münte.
    .
    Oder anders gesagt - wir leben in einer Bananen-
    Republik, in der das Recht und die Wahrheit
    mit der Banane gemessen wird.

  6. Autor Markus Kuhn
    am 27. August 2013
    6.

    Hallo zusammen,

    Mann weiß doch garnicht was evtl. vorgefallen ist, Krankenstand oder so, ich als Kleinunternehmer könnte mir das nicht leisten, ich habe auch schon Alleinerziehende Väter eingestellt aber die sind so oft ausgefallen wegen dem Kind das Fieber oder verschlafen hat und das zahlt keine Krankenkasse oder der Saat es belastet einzig das Unternehmen. Vielleicht ist das ein Ansatz etwas zu ändern.

    Viele Grüße

    Markus Kuhn

  7. Autor Erhard Jakob
    am 28. August 2013
    7.

    Markus,
    schade, dass du hier keinen Vorschlag gebracht
    hast, wie man das verbessern könnte?

  8. Autor Erhard Jakob
    am 29. August 2013
    8.

    Markus, das gleiche gilt doch auch für alleinerziehende Mütter.
    Schade, dass du hier kein Vorschlag gemacht hast,
    wie man die Situation verbessern kann.

  9. Autor markus müller
    am 30. August 2013
    9.

    Hallo Erhard, hallo Markus,
    ich würde eine öffentliche Behörde nicht mit einem Kleinunternehmen vergleichen. Die öffentliche Behörden sollten sich nicht an der Praxis von billigem Personal durch befristete Einstellungen beteiligen, sonder eher Festanstellungen, mit gerechten Einkommen, fördern (soziale Verantwortung). ÖB sollte doch einzelne Ausfälle von ihren Arbeitnehmern leichter abfedern können als ein Kleinunternehmer. Sicherlich ist ein alleinerziehendes Elternteil sehr stark belastet wenn dieses eine Vollzeitstelle begleitet. Aber dieser Alleinerziehende leistet doch auch einen gehörigen Beitrag für die Gesellschaft. Zum einen werden durch die Beschäftigung Steuern eingebracht und durch die Erziehung des Nachwuchses die zukünftigen Gesellschaftsmitglieder und Steuerzahler.
    Im Falle des Kleinunternehmers ist es bemerkenswert wenn dieser ein alleinerziehendes Elternteil, für eine Vollzeitstelle einstellt, dies tun bestimmt nicht viele. Da man mehr existenzgefährdet ist als eben eine ÖB und dementsprechende Einstellkriterien hat. Natürlich spielt der familiäre Rückhalt des Alleinerziehenden eine große Rolle (Oma, Opa, Tante, Onkel, …) um, im Krankheitsfall des Kindes, Fehlzeiten vermeiden zu können und die Betreuung durch ein Familienmitglied sicherstellen kann.
    Bei der Einstellung für eine Teilzeitstelle hat man evtl. mehr Möglichkeiten die Fehlzeiten nacharbeiten zu lassen oder durch flexible Arbeitszeitgestaltung nötige Freiräume zu schaffen.

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