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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Stefan Wehmeier am 23. September 2009
33341 Leser · 0 Kommentare

Wirtschaft

Theologische Debatten des Mittelalters

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

es geht nicht um die Frage, was die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise verursachte; sie war zwangsläufig. Wundern müssen wir uns, wie die Weltwirtschaft nach dem 2. Weltkrieg noch solange überleben konnte. Es geht auch nicht um die Frage, was jetzt unternommen werden muss, um nicht nur die Weltwirtschaftskrise, sondern alle Zivilisationsprobleme, endgültig zu eliminieren. Das wissen wir seit über 90 Jahren:

http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/gesell/nwo/

Die Frage ist: Warum wird das Thema Makroökonomie in den Massenmedien noch immer auf Kindergarten-Niveau diskutiert, warum können insbesondere so genannte "Wirtschaftsexperten" und "Spitzenpolitiker" einfache makroökonomische Zusammenhänge am allerwenigsten verstehen, und was hielt die Menschheit sogar noch bis ins 21. Jahrhundert hinein davon ab, die ideale Makroökonomie (Natürliche Wirtschaftsordnung = Marktwirtschaft ohne Kapitalismus = echte Soziale Marktwirtschaft) zu verwirklichen?

Eine Teilantwort auf diese Alles entscheidende Frage liefert uns das folgende Zitat des wohl bedeutendsten Futurologen des 20. Jahrhunderts, Sir Arthur Charles Clarke (1917 - 2008):

"Ich glaube - und hoffe - auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten."

Tatsächlich ist Machtausübung nichts anderes als Dummheit und allgemeiner Wohlstand ist selbstverständlich; nur nicht für jene, die mit aller zur Verfügung stehenden Unvernunft etwas "regeln" wollen, was nicht geregelt werden kann, solange es sich nicht selbst regelt. Alles, was durch faule Kompromisse zwischen sinnfreien politischen Ideologien nur verschlimmert werden kann, regelt sich in der idealen Makroökonomie eigendynamisch durch das verzerrungsfreie Spiel der Kräfte von Angebot und Nachfrage, sobald die Marktwirtschaft vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus befreit ist.

Dass die Seifenoper, die wir heute als "hohe Politik" bezeichnen, überflüssig wird, sobald durch die Eliminierung leistungsloser Kapitaleinkommen eine konstruktive Verbindung von Individual- und Sozialprinzip besteht, ist jedoch nicht hinreichend, den kollektiven Wahnsinn zu erklären, der die halbwegs zivilisierte Menschheit gegen jede Vernunft dazu trieb, weiterhin Armut, Krieg und Umweltzerstörung in Kauf zu nehmen, statt in Frieden, Freiheit und allgemeinem Wohlstand zu leben. Wo wir heute vielleicht schon sein könnten, hätten wir die Natürliche Wirtschaftsordnung bereits nach dem ersten Weltkrieg verwirklicht (womit sich der zweite erübrigt hätte), kann bestenfalls erahnen, wer die "Großen Vier" (Heinlein, Asimov, Lem, Clarke) vollständig gelesen hat:

http://www.deweles.de/files/soziale_marktwirtschaft.pdf

Wo die Menschheit aber heute wäre, hätte es die "heilige katholische Kirche" nicht gegeben, sprengt jedes Vorstellungsvermögen:

http://www.deweles.de/files/himmel_auf_erden.pdf

Die gegenwärtige Lage ist ernst - todernst! Wenn die Natürliche Wirtschaftsordnung nicht noch in diesem Jahr verbindlich angekündigt und ab 2010 verwirklicht wird, kommt es zur globalen Liquiditätsfalle (Armageddon). Das ist sicherer als das Amen in der Kirche:

http://www.deweles.de/files/apokalypse.pdf

Meine Frage an Sie ist: Wann gebrauchen Sie endlich Ihren Verstand, beenden die politischen Kindergarten-Diskussionen, die nicht mehr in das 21. Jahrhundert gehören, und klären das deutsche Volk darüber auf, in welcher Situation wir uns tatsächlich befinden? Die Angst vor der Wahrheit ist kein guter Ratgeber.

Mit freiwirtschaftlichem Gruß

Stefan Wehmeier

PS: Ich behaupte nicht, dass Sie vorsätzlich handeln. Wer aber nach der Offenlegung der Heiligen Schrift (Eliminierung der Religion) noch immer nicht weiß, was er tut, ist für sein Fehlverhalten verantwortlich.

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 30. Oktober 2009
Angela Merkel

Sehr geehrte Nutzerinnen und Nutzer, sehr geehrter Herr Wehmeier,

da laut Plattformregeln zu keinen offenen Briefen Stellung genommen werden kann, wurde alternativ das nächstbestplatzierte Anliegen vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung beantwortet.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Redaktions-Team von direktzu