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Autor Gerhard Kessler am 23. Juli 2007
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Wirtschaft

Landtagsneubau auf dem Alten Markt in Potsdam

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
zum Brief von Fides Mahrla merke ich an:
Ein Landtagsgebäude ist ein öffentliches Gebäude und muss von den Steuerzahlern des Landes Brandenburg bezahlt werden. Im Fall des Neubaus des Parlamentsgebäudes am Alten Markt in Potsdam soll dies in Form der "Ratenzahlung" in einem Zeitraum von 30 (in Worten dreißig) Jahren geschehen. Inwieweit die Bürger der Bundeshauptstadt Berlin hierzu herangezogen werden, ist zunächst offen, wenn auch das Gebäude für ein gemeinsames Bundesland Brandenburg-Berlin errichtet werden soll. Wenn also die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes die Finanzierung sichern sollen und müssen, ist es m.E. nicht mehr als recht und billig, wenn diese ein gewisses Mitspracherecht bei der Gestaltung dieses Gebäudes einfordern. Dem wird aber keinesfalls entsprochen, wenn sich die Jury fast ausschließlich aus kompetenten Architekten von außerhalb des Landes zusammensetzt und nur diesen ein Stimmrecht zusteht. Es bleibt also an der Forderung festzuhalten, dass zumindest dem Potsdamer Architekten Vandenhertz ein volles Stimmrecht eingeräumt wird. Um aber ein wirklich demokratisches Verfahren bei der Auswahl der in Frage kommenden Entwürfe zu gewährleisten, muss auch dem steuerzahlenden Wahlvolk Einsicht in die noch vorzulegenden Arbeiten der sechs Konsortien gewährt werden - und das am Besten einem vertrauenswürdigen und kompetenten Mitglied der Initiative "mitteschön" und/oder des Vereins Potsdamer Stadtschloss e.V. Es steht unseren Volksvertretern und den Mitgliedern Ihres Kabinetts gut zu Gesicht, wenn sie sich in diesem Falle nicht hinter bürokratischen Hürden versammeln, sondern Offenheit gegenüber den Bürgern zeigen. "Wer bezahlt, bestellt auch" - eine Mehrheit will einen Landtag, der in seinem Äußeren wie das einstige Stadtschloss aussehen soll. Nur so fließen auch die notwendigen Spendengelder für die aufwendigen Teile ... und nur so werden die Handwerker dieses Landes Teilhaber am Wiederaufbau des Stadtschlosses als Landtagsgebäude beteiligt werden können.
Mit freundlichem Gruß, Gerhard Kessler

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