Beantwortet
Autor K. Hentschel am 14. November 2011
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Arbeitsmarkt

Unseriöse Ausbildungbetriebe

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

da ja bei uns in Schwedt jedes Jahr die SAM stattfindet und davon immer nur positiv berichtet wird, wie toll doch die Ausbildungsbetriebe in der Region sind, müssen wir mal berichten, dass es auch andere Beispiele in unserer Region gibt.

Leider hat es unseren Sohn jetzt schon zweimal so hart getroffen und alle Bemühungen, die katastrophalen Zustände mit Hilfe der IHK Ostbrandenburg zu ändern scheiterten.

Wir möchten von Ihnen gern wissen, selbst wenn es sich hier um so genannte Einzelfälle handeln sollte, was kann man noch unternehmen, wenn man bei der dafür zuständigen IHK keine Hilfe bekommt.

Dazu ein paar Angaben zum Sachverhalt. Die erste Ausbildung begann im August 2007 in der Firma Butting GmbH in 16303 Schwedt als Elektroniker für Betriebstechnik. Weil die Tätigkeiten sich hauptsächlich auf das Reparieren von Schweißgeräten und das Reinigen des Autos vom Chef beschränkten, wurde die Ausbildung im Oktober 2010 beendet.

Eine neue Ausbildung als Veranstaltungstechniker in der Firma ALM Event GmbH in 16244 Schorfheide wurde dann im Oktober begonnen. Das Problem in dieser Firma besteht darin, dass kein Geld für die Bezahlung der Mitarbeiter vorhanden ist, obwohl genügend Aufträge vorhanden sind. Unser Sohn arbeitet teilweise bis zu 90 Stunden in der Woche, obwohl er eine 40-Stundenwoche laut Ausbildungsvertrag hat. Die gesetzlichen elf Stunden Ruhepause zwischen den Einsätzen werden selten eingehalten und zurzeit hat er ca. 150 Überstunden auf seinem Arbeitsblatt, aber an Freizeit ist nicht zu denken.

Dazu kommt jetzt auch noch das Problem, was auch uns als Eltern unmittelbar betrifft. In der Zeit von Oktober 2010 bis November 2011 ist seine Ausbildungsvergütung erst einmal zum Zahltag auf dem Konto gewesen. Der Lohn von Oktober 2010 und von Oktober 2011 fehlt ihm bis zum heutigen Tag, den 14.11.2011. In den anderen Monaten wurde im Durchschnitt 11 Tage verspätet gezahlt.

Die Ausbildung gleicht eher einer Ausbeutung und das kann doch nicht im Sinne unserer Politik in Brandenburg sein. Unser Sohn ist physisch am Ende und wir sind es finanziell. In der Woche vom 07.11.2011 bis 11.11.2011 stand in Berlin Berufschule auf dem Plan. Er konnte aber an diesem Unterricht nicht teilnehmen, weil er keine finanziellen Mittel mehr für die Fahrt dorthin und die Verpflegung in der Woche hatte.

Alle diese Missstände sind der IHK bekannt, aber es wird nichts Helfendes dagegen unternommen. Eigentlich sollte man stolz sein, wenn ein junger Mensch versucht etwas aus seinem Leben zu machen, aber ohne Motivation und Unterstützung von der IHK geht es in diesem Fall nicht.

Wir werden von den zuständigen Mitarbeitern der IHK nicht ernst genommen und immer wieder hält man sich daran fest, dass wir nur die Eltern sind und uns nicht einmischen sollten.

Wir möchten auch Sie bitten, uns darin zu unterstützen, dass unser Sohn einfach nur unter fairen Bedingungen seine Lehre abschließen kann.

Mit freundlichen Grüßen

+99

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Antwort
von der direktzu-Redaktion am 21. Februar 2012
direktzu-Redaktion

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ministerpräsident Matthias Platzeck hat oben stehende Frage beantwortet und Familie Hentschel zugestellt. Eine Veröffentlichung dieser Antwort ist aus datenschutzrechlichen Gründen leider nicht möglich. Wir bitten um Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen

F. Gorges

Presse- und Informationsamt der Landesregierung Brandenburg

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